frisch getippt

It’s Such a Beautiful Day

Abstrakt aber sehr wertvoll:

It’s such a beautiful day” by Don Hertzfeldt

 

“A human being is part of the whole, called by us “Universe,” a part limited in time and space. He experiences himself, his thoughts and feelings as something separated from the rest- a kind of optical delusion of his consciousness. This delusion is a kind of prison for us, restricting us to our personal desires and to affection for a few persons nearest to us. Our task must be to free ourselves from this prison by widening our circle of compassion to embrace all living creatures and the whole of nature in its beauty.” – Albert Einstein

Geschrieben von mein Mitbewohner am 21. August 2016
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Über: Ich und mein Mitbewohner

Wir sind zwei freidenkende sowie -schaffende WG-Bewohner. Dinge die täglich in unseren Köpfen kreisen oder über die wir uns die Münder wund reden, dürfen jetzt hier sogar noch das Internet infizieren. Wenn Jemand eine Heilung hat: lasst uns bitte in Frieden denken. Wenn Jemand krank wird oder gerne werden würde: fühlt Euch wohl!

Game over

Das Leben ist vergleichbar mit einem Videospiel. Im Spiel gibt es meistens einen Hauptcharakter den der Spieler steuern kann. Vom Anfang der Geschichte steuert er die Spielfigur durch eine (vorgegebene) Geschichte und ‘erlebt’ sozusagen dessen Leben/Geschichte. Bis es dann an das Ende der Geschichte geht und der Spieler aufhört dieses Spiel/Geschichte zu spielen. Natürlich kann er es immer wieder spielen, aber sobald der Ausgang der Geschichte offensichtlich ist, wird das Spiel uninteressant. So wie zum Beispiel beim Schachspielen das Spiel beendet/abgebrochen wird, sobald es für einen Spieler keine Möglichkeit mehr gibt zu gewinnen. Die Besonderheit beim Spielen liegt darin, dass wir nicht wissen wie es ausgehen wird. Und so ist es im echten Leben auch. Wir glauben zwar, das heißt unterliegen zwar der Illusion, dass wir in die Zukunft schauen können in dem wir Pläne machen und glauben, das wir den Ausgang einer Handlung vorhersehen können. Aber die Realität stimmt meistens nicht mit unseren Vorstellungen überein. Das ist auch häufig der Grund für Unzufriedenheit. Genau genommen ist der einzige Grund für Unzufriedenheit der, dass die Realität nicht so ist, wie wir uns sie vorstellen. Aber zurück zum Videospiel.

Im Spiel steuern wir einen Charakter. Je vertiefter wir in das Spiel sind, desto mehr reagieren wir emotional auf die Geschehnisse darin. Wenn beispielsweise der Charakter stirbt, reagieren wir ‘in der Realität’ emotional darauf. Genauso wenn ihm etwas vermeintlich Gutes widerfährt. Und so verhält es sich mit dem ‘echten’ Leben. Der, der wir wirklich sind ist außerhalb der materiellen Wirklichkeit. Aber er erlebt diese durch die Augen eines ‘Spielers’ – uns. Je vertiefter wir in dieser vermeintlichen Realität sind, desto mehr beeinflussen uns die Dinge die uns widerfahren. Wenn wir etwas besonderes erreichen, freuen wir uns. Und um dieses Freudegefühl zu reproduzieren, versuchen wir weiterhin in der Zukunft schöne Erlebnisse zu haben. Umgekehrt wenn wir etwas unangenehmes erleben, versuchen wir in der Zukunft solche und ähnliche Situationen zu vermeiden. Aber beides lenkt uns nur vom Wesentlichen ab. Und vor allem verstrickt es uns tiefer in die Rolle die wir spielen. Jedoch das Wesentliche in unserer Existenz ist die Erkenntnis, wer wir wirklich sind. Wir sind nicht die Spielfigur, wie allgemein angenommen wird. Wir sind derjenige hinter der Spielfigur, der alles miterlebt, was sie (die Spielfigur, also die Rolle die er spielt) erlebt. Aber wenn wir das nicht erkennen, leiden wir 1:1 mit.

Sobald wir aber erkannt haben, dass wir nicht die Rolle sind, können wir Abstand nehmen zu den Geschehnissen der Handlung. Somit müssen wir nicht mehr leiden unter dem Drama das gespielt wird. Aber wir erleben trotzdem weiterhin alles mit. Wenn wir uns aber dadurch alle Ängste – oder genau genommen: die Angst – selbst nehmen können, steuern wir das Spiel in eine andere Richtung weiter. Eine schönere, interessantere Richtung. Wenn wir wissen, dass am Ende nicht wir sterben, sondern lediglich die Spielfigur, dann haben wir ganz andere Motivationen und Interessen das Spiel zu spielen.

Besonders interessant ist dann die Erkenntnis, dass alle Menschen einfach Rollen spielen, die von einem Spieler im Hintergrund gesteuert werden. Und dieser Spieler ist der selbe wie wir. Der Spieler weiß, wie man eine Faust macht oder einen Arm hebt. Der Spieler weiß auch wie ein Körper geheilt wird oder wie das Herz schlägt. Der Spieler weiß auch wie er sich richtig zu verhalten hat beziehungsweise was er nicht mehr zu tun hat. Vor allem weiß der Spieler, dass es sich nur um ein Spiel handelt das nicht ernst zu nehmen ist. Es ist nicht schwer, es ist nicht leicht. Es ist wie es ist.

“Don’t let the expectations and opinions of other people affect your decisions. It’s your life, not theirs. Do what matters most to you; do what makes you feel alive and happy. Don’t let the expectations and ideas of others limit who you are. If you let others tell you who you are, you are living their reality — not yours. There is more to life than pleasing people. There is much more to life than following others’ prescribed path. There is so much more to life than what you experience right now. You need to decide who you are for yourself. Become a whole being. Adventure.”

― Roy T. Bennett

Geschrieben von mein Mitbewohner am 15. August 2016
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Haben oder sein?

Alles was wir haben können, werden wir verlieren. Alles was wir sind ist für die Ewigkeit. Ewig ist kein sehr langer Zeitraum, sondern etwas ohne Anfang und ohne Ende, dass unabhängig von der Zeit existiert. Oder besser gesagt: es existiert keine Zeit. Die meisten Menschen haben das noch nicht erkannt. Sie identifizieren sich ausschließlich mit ihren Gedanken. Und diese Gedanken reden ihnen ein, dass sie ihr Körper und ihre Gedanken seien, aber dem ist nicht so. Tatsächlich haben sie Gedanken und sie haben einen Körper. Aber beides werden sie unweigerlich verlieren. Oft hört man, “sein Leben verlieren”; das würde bedeuten, dass man ein Leben hat. Was hiermit eigentlich gemeint ist: man hat eine Lebenssituation. Die kann man auch verlieren. Aber was man tatsächlich ist, kann man nicht verlieren. Wir sind Leben. Aber eben Leben aus der Perspektive einer Person. Mit ihren Sinneswahrnehmungen und sekundär mit ihren Gedanken. Auch all das wird man verlieren. Ebenso wie Status, Beruf, Besitz, Geld, Gesundheit, Jugend, Aussehen, Freunde und vieles mehr. Wer also viel seiner Aufmerksamkeit in etwas ‘investiert’ was er haben will, wird es trotzdem endlich verlieren. Wer jetzt traurig ist oder Angst verspürt, kann genau erkennen woran er festhält bzw. anhaftet. Und dieses Festhalten ist es, was dazu führen wird, dass wir schließlich leiden werden, sobald wir es nicht mehr halten können. Wer aber schon vorher bereit ist, es zu gegebener Zeit los zu lassen – und die Zeit ist immer jetzt – , wird nicht mehr leiden. Das heißt nicht, dass man alles loslassen muss. Ich kann meine Wohnung genießen, so lange ich in ihr lebe. Ich kann auch meine Freunde oder irgendwelche Gegenstände genießen, so lange ich ihnen meine Aufmerksamkeit zukommen lasse. Aber wenn das nicht mehr möglich sein sollte, dann leide ich nicht darunter. Die wesentliche Aufgabe während der Lebensspanne unserer Körper (nicht uns!) ist es, alles was wir haben können in dem Maße zu verfolgen, das genug ist. Die Schwierigkeit darin besteht nur, heraus zu finden, wie viel “genug” ist. Wenn wir in vielen Ebenen unserer Existenz “genug haben”, können wir uns mit den wesentlichen, wichtigen Dingen beschäftigen, das heißt ihnen Energie zu widmen. Denn wir sind, während wir hier sind, genau wie alles andere was existiert, sozusagen Verteiler von Energie. Alles was existiert, ist Energie in irgendeiner Form. Und wenn wir uns entscheiden unsere Aufmerksamkeit irgendetwas zu widmen, das heißt uns auf etwas zu fokussieren, dann bedeutet das, dass wir Energie dort hinein stecken. In welcher Form auch immer. Wenn ich unentwegt damit beschäftigt bin, etwas hinterher zu laufen, was ich haben kann, weil ich immer mehr davon haben will, weil ich Sorge habe, sonst zu wenig zu haben, dann habe ich keine Energie mehr übrig um sie auf das wesentliche zu fokussieren. Deshalb ist es wichtig, bei allem was wir haben können, den Mittelweg zu finden, das Maß zu finden wie viel “genug” ist. Wenn ich das jetzt nicht tue, dann renne ich etwas hinterher wie ein Hase einer Karotte die ihm so festgemacht wurde, dass er sie immer vor sich sieht, sie aber nie erreichen kann.

 

Ich bin nicht mein Name. Ich bin nicht mein Körper. Ich bin nicht meine Gedanken. Ich bin nicht meine Gefühle.

Ich habe einen Namen. Ich habe einen Körper. Ich habe Gedanken. Ich habe Gefühle. Ich habe einen Beruf. Aber ich bin derjenige, der alles erlebt. Auch ohne Namen erlebe ich. Auch ohne Gedanken erlebe ich. Auch ohne Beruf erlebe ich. Auch ohne Gefühle erlebe ich. Auch ohne Körper erlebe ich.

Wer Schwierigkeiten mit irgendetwas davon (oder anderem) hat, weiß genau woran er anhaftet/festhält. Egal was es ist, Du wirst es verlieren. Aber es ist Deine Entscheidung ob Du darunter leiden wirst oder nicht. Genauso wenn Du etwas in der Vergangenheit verloren hast, ist es Deine Entscheidung ob Du immer noch versuchst, daran festzuhalten (auch wenn es sinnfrei ist) oder ob Du es loslassen kannst. Dann wirst Du nicht mehr darunter leiden.

Ich bin jetzt.

Alles was vergangen ist, existiert nur in meinen Gedanken. Alles was kommen wird, existiert nur in meinen Gedanken. Alles was ist, ist jetzt.

Alles was jetzt ist, bin ich.

 

“Wer sagt, sich Sorgen zu machen nützt nichts, hat Unrecht. Jedes mal wenn ich mir Sorgen um etwas mache, dann passiert es nicht.” – unbekannt

Geschrieben von mein Mitbewohner am 30. September 2015
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Was passiert hier?

Wenn wir nach dem schlafen aufwachen, können wir uns noch relativ gut an unsere Träume erinnern. Je mehr Zeit dann vergeht, desto weniger bleibt noch vom Traum übrig. Meistens erinnern wir uns dann gar nicht mehr an die Träume. Manchmal, wenn wir bewusst versuchen uns an Träume zu erinnern (das funktioniert demnach am besten gleich nach dem aufwachen), fallen uns wieder mehr Details ein. Besonders wenn es ein sehr positiver oder negativer Traum war. Wobei es auch sein kann, dass das mit anderen Faktoren zusammen hängt, denn: woher wissen wir an welche Träume wir uns nicht erinnern? Jedenfalls die an die wir uns gut erinnern, beschäftigen uns mehr oder weniger stark und lang. Wenn wir dann sogar mit anderen darüber sprechen oder aufschreiben, bleibt die Erinnerung besser erhalten.

Wie jeder bestimmt schon einmal erlebt hat, lösen Träume auch Emotionen aus. Wenn wir im Traum etwas erleben, dass uns Angst macht, dann spüren wir die Angst wie im “echten” Leben. Wenn wir eine Situation im Traum erleben, wissen wir nicht, dass wir träumen – bis wir aufwachen. Wenn wir im Traum etwas schönes erleben, löst das auch schöne Emotionen aus. Das bemerkenswerte daran ist, dass die Emotionen auch dann noch anhalten, wenn wir schon wach sind und bereits bemerkt haben, dass wir nur geträumt haben. Sowohl positive wie negative können unsere Stimmung weiter beeinflussen und somit auch unsere Handlungen. Das heißt, dass Träume, die ja nur in unseren Köpfen statt finden und keine Ursache von außen haben (ich lasse jetzt mal die Geräusche und ähnliches weg, die manchmal im Stadium des Wachwerdens-und-noch-Träumens einen Einfluss auf den Traum haben; hier soll es um ein anderes Thema gehen, aber wer will kann sich auch über diesen Zusammenhang Gedanken machen, das ist ganz interessant ,-), Einfluss auf unsere Emotionen haben. Genauso können im “echten” Leben Gedanken Emotionen auslösen. Bei den meisten Menschen sind die Gedanken sogar der Hauptauslöser für Emotionen. Aber das wissen sie ja nicht, weil es sich für sie 100 % echt anfühlt. Sie kennen keinen anderen Zustand. Wer zum Beispiel den Film “Inception” gesehen hat, kann sich das so vorstellen. Die Leute die im Traum sind, wissen nicht, dass es ein Traum ist und glauben, dass das was passiert die Realität ist. Wer ihnen etwas erzählt spricht mit dem Menschen in seiner Realität. Wenn er aufwacht oder wie im Film einen weiteren Traum träumt sozusagen “in” einem Traum ist, der sieht seine Realität dann ganz anders. Das stellt natürlich die Frage, woher weiß ich, dass ich (nicht) träume?

Wenn ich eines Tages aufwachen würde und erkennen würde, dass mein bisheriges Leben ein Traum war, dann würde sich für mich vieles ändern. Wenn ich dann einem anderen Menschen (der wahrscheinlich noch träumt) davon erzählen würde, würde er es wahrscheinlich nicht glauben wollen, weil er ja “wach” und in der Realität (in seiner) ist. Also kann ich ihm wahrscheinlich nicht davon erzählen. Außer er will es von sich aus. Dann kann ich versuchen es zu erklären. Aber ob er dann aufwacht oder nicht, hängt alleine von ihm ab.

Zurück zum Thema träumen. Manchmal gibt es Träume oder Erinnerungen an irgendetwas (Orte, Situationen, Personen, Ereignisse), von denen wir nicht mehr unterscheiden können, ist das wirklich passiert, oder habe ich es nur geträumt? Oder hat mir jemand davon erzählt? Aber egal wie sehr wir uns anstrengen, dass Bild in unseren Gedanken bleibt das gleiche und wird nicht schärfer. So bleiben wir im ungewissen über seinen Ursprung, aber das Bild bleibt uns erhalten. Und in Wirklichkeit ist es auch das gleiche. Sowohl Erzählungen, als auch Träume als auch Erinnerungen sind alle nur Erinnerungen in unseren Köpfen. Es sind sozusagen gespeicherte Dateien in unseren Gehirnen. Und sie haben alle den selben Stellenwert. Erinnerungen bedeuten nicht mehr als Träume oder umgekehrt. Es sind nur elektronische Signale in unseren Gehirnen. Was ich jetzt hier erlebe ist echt. Woran ich mich erinnere, was in der Vergangenheit passiert ist, sind nur Erinnerungen und haben keine andere Realität. Es gibt keinen Ort und keine Zeit an dem sie echt sind. Sie sind nur Gedanken. Aber diese Gedanken können Emotionen auslösen, genau wie Träume es können. Genauso ist die Zukunft nur in Gedanken da. Sie ist nicht echt. Aber die Gedanken daran können Emotionen auslösen. Und diese Emotionen können sehr stark sein (in beide Richtungen). Sie sind meist so vorherrschend, dass sie eigentlich unser ganzes Verhalten beeinflussen. Es gibt selten Momente, in denen wir nur das erleben, was hier und jetzt passiert, was echt ist. Sobald ich wieder in Gedanken in der Vergangenheit oder Zukunft bin, ist es als würde ich träumen. Ich glaube, dass es echt ist und es löst Emotionen aus. Wenn mir dann einer sagen würde: “Das ist nicht real. Das sind nur Gedanken. Du träumst nur.”, dann würde ich ihm nicht glauben wollen, weil es für mich meine Realität ist.

“Who looks outside, dreams; who looks inside, awakes.” ― Carl Gustav Jung

 

Geschrieben von mein Mitbewohner am 19. September 2015
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Rat park experiment

 

“People use drugs, legal and illegal, because their lives are intolerably painful or dull. They hate their work and find no rest in their leisure. They are estranged from their families and their neighbors. It should tell us something that in healthy societies drug use is celebrative, convivial, and occasional, whereas among us it is lonely, shameful, and addictive. We need drugs, apparently, because we have lost each other.” – Wendell Berry

Geschrieben von mein Mitbewohner am 13. August 2015
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Don’t think

 

 

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“Give up waiting as a state of mind. When you catch yourself slipping into waiting…snap out of it. Come into the present moment. Just be and enjoy being.” – Eckhart Tolle

Geschrieben von mein Mitbewohner am 21. Juni 2015
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Reinhard Mey – Sei wachsam (live)

 

“Ich suche nicht – ich finde
Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen
von bereits Bekanntem im Neuem
Finden – das ist das völlig Neue!
Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen und was
gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer! Die Ungewissheit solcher
Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die sich im
Ungeborgenen geborgen wissen, die in die Ungewissheit, in die
Führerlosigkeit geführt werden, die sich im Dunkeln einem
unsichtbaren Stern überlassen, die sich vom Ziele ziehen lassen und
nicht – menschlich beschränkt und eingeengt – das Ziel bestimmen.
Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Aussen und Innen: Das ist
das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des
Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden neuer
Möglichkeiten erfährt.” – Pablo Picasso

Geschrieben von mein Mitbewohner am 29. April 2015
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faith [feɪθ] Vertrauen, Glauben

Im Englischen hat ‘faith’ eine andere Bedeutung als das deutsche Wort Glauben. Die zusätzliche Bedeutung lautet Vertrauen. So bedeutet es für eine englisch-sprechende Person, wenn sie sagt sie habe ‘faith’ nicht nur der Glaube sondern ein wahres Vertrauen in etwas oder Jemanden. Im Deutschen wird hier unterschieden. Wenn ich sage, ich glaube an etwas, dann hat das den Beigeschmack von ‘ich suche mir das aus und dann ist es meine Meinung, dass das so ist’. Während wir auch nicht oder seltener sagen würden wir haben Vertrauen an Gott oder eine Religion oder ein Weltbild. Jedoch gibt es zwei unterschiedliche Arten Glaubender. Es gibt die Glaubenden, die glauben aus Tradition oder Erziehung. Hier würde ich sogar sagen, dass Glauben eher seine eigentliche deutsche Bedeutung hat (ebenso bei nicht-gläubigen, kritischen Personen). Dann gibt es die Glaubenden aus eigener Überzeugung oder durch eigene Erfahrung. Bei ihnen ist der Glaube so tief, dass eher von Vertrauen – ja, sogar Wissen – gesprochen werden kann.

Ich glaube, dass jedes Lebewesen glücklich sein kann. Ich glaube, dass jedes Tier von Natur aus glücklich ist. Ich glaube, dass jeder Mensch glücklich sein kann. Ich glaube, dass jeder Mensch von Natur aus glücklich ist. Ich glaube, dass im Laufe der ersten Zeit eines Menschen auf der Erde, ihm etwas ‘passiert’, dass ihn lernen lässt, unzufrieden zu sein. Es ist etwas, dass sich zwischen sein Zufrieden sein und seine persönliche Wahrnehmung stellt.

Es gibt einen Menschen, der viel Geld besitzt, und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der nichts hat und unter freiem Himmel lebt, der glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der im Gefängnis ist und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der gesund ist und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der eine schwere Krankheit hat und glücklich ist. Es gibt einen sehr alten Menschen, der nicht mehr viel machen kann, der glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der weiß, dass er nur noch kurze Zeit zu leben hat und glücklich ist. Es gibt einen Menschen der gerade gestorben ist, und ein Lächeln auf dem Gesicht hat. Es gibt einen Menschen, der Hunger hat und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der blind ist und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der seinen Körper nicht benutzen kann und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der seinen Verstand nicht benutzen kann und glücklich ist.

Es gibt bei uns in unserer Zivilisation viele prägende Bilder, die unser Gehirn dazu veranlassen zu glauben, welche Dinge uns glücklich, ja sogar welche Dinge uns unglücklich machen können. Du kannst das ganz einfach kurz mal ausprobieren in dem Du Dir vorstellst, was Du gerne hättest, was Dich glücklich machen würde. Und genau so kannst Du Dir mal vorstellen, was Dir passieren könnte, womit Du ünglücklich sein würdest. Beides ist eine Illusion der Dein Gehirn unterliegt. Diese Täuschung – oder besser: Vortäuschung einer falschen Realität (=die es nicht gibt, sondern sich nur in Deinen Gedanken abspielt wie ein Traum) ist es, was uns als Kindern beigebracht wird. Kleinste Kinder sind glücklich. Sie haben keine Gedanken von Dingen, die sie glücklich oder unglücklich machen können. Sie sind im Hier und Jetzt. Ebenso bei Tieren. Hunde stellen sich nie vor, was wohl in Zukunft passieren wird, was sie glücklich oder unglücklich macht. Sie vergleichen nicht.

“Könnte der gewöhnliche Mensch, wenn er im Sterben liegt, nur die fünf Elemente des Bewusstseins als leer erkennen und ganz erfassen, dass die vier physischen Elemente nicht ein “Ich” bilden, dass der wahre Geist ohne Form ist und weder kommt noch geht, dass sein Wesen weder mit der Geburt beginnt noch mit dem Tod vergeht, sondern ganzheitlich und unbeweglich in seinen Tiefen ist, und dass der Geist eins ist mit den Erscheinungen der Umwelt, dann würde er blitzartig Erleuchtung erlangen. Er würde nicht mehr in die dreifahce Welt vertrickt sein. Er würde die Welt übersteigen und nicht mehr die geringste Neigung zur Wiedergeburt besitzen. Würde er den herrlichen Anblick aller Buddhas wahrnehmen, die, von den prächtigsten Manifestationen umgeben, zu seiner Begrüßung erschienen, so würde er doch nicht den Wunsch haben, sich ihnen zu nahen. Würde er alle Arten schrecklicher Gestalten um sich gewahren, so würde er doch keinen Schrecken empfinden. Er würde einfach er selbst sein, ohne jeden begrifflichen Gedanken und eins mit dem Absoluten. Er hätte den Zustand des unbedingten Seins erlangt. Dies ist das grundlegende Prinzip.” – Huangbo Xiyun

Geschrieben von mein Mitbewohner am 11. April 2015
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