Die Kreisatur des Quadrats

Hier geht es mir nicht um Sokrates oder eines seiner bekannten Probleme, sondern eher um eines, dass er wahrscheinlich schon erkannt hatte, vielen aber heute noch nicht bewusst ist. Ich selbst bin durch Steven R. Covey’s “Sieben Wege zur Effektivität” darauf gestoßen – auch wenn ich das Buch nicht weiter empfehlen will, hat es mir doch den ein oder anderen Nutzen erbracht. Um den für mich wohl bedeutendsten soll hier geschrieben (und hoffentlich gelesen ,-) werden. Als Anmerkung noch: ich schreibe hier frei nach Gedächtnis und der Inhalt beziehungsweise meine Interpretation davon können von der ursprünglichen These abweichen.

In seinem Buch fertigt er ein Bild von einem Quadrat oder einer Fläche die durch ein Kreuz in vier Quadranten eingeteilt wird. Es ist nun wichtig, dass Ihr Euch diese Quadranten mit der folgenden Beschreibung bewusst vorstellt. Und zwar stehen da eine Fläche für Wichtiges Dringendes, eine für Wichtiges Nicht-Dringendes, eine für Unwichtiges Dringendes und eine für Unwichtiges Nicht-Dringendes.

Es geht hierbei darum, dass jeder alles was er zu erledigen hat in einen der vier Quadranten einteilen soll, um an Hand davon eine Prioritätenliste zu erstellen und so effektiver werden soll. Mir geht es dabei nur darum, zu erkennen worin der Unterschied besteht und diese Methode zu verinnerlichen um im Alltag weniger Stress ausgesetzt zu sein. Eigentlich ist das Bildnis wohl selbst erklärend. Nichts desto trotz möchte ich noch ein klein bisschen erläutern und beispielen.
Ich nehme vier Ereignisse als Beispiel:

  • Das Telefon klingelt
  • Eine Rechnung muss bezahlt werden
  • Ich schneide mir in den Finger
  • Ich kaufe neue Schuhe

Wenn ich diese ‘Ereignisse’ in die vier Quadranten einteile, ergibt sich folgendes:

  • Das Telefon ist dringend, aber unwichtig
  • Die Rechnung ist wichtig, aber nicht dringend
  • Der Finger ist wichtig und dringend
  • Die Schuhe sind unwichtig und nicht dringend

Wir alle neigen nun dazu die Prioritäten für uns nicht in der für uns sinnvolleren Reihenfolge zu erledigen und haben so auf mehrere Arten Stress oder negative Konsequenzen. Dies macht sich vor allem bemerkbar, in den dringenden aber nicht wichtigen Angelegenheiten wie dem Telefon hier. Wir lassen uns vom dringend einschüchtern und denken wir müssten es sofort erledigen, könnten es aber auch auf einen Moment verschieben, den wir uns aussuchen.

Der zweite fehlbewertete Quadrant ist der wichtig aber nicht dringende Aspekt. Wir neigen ebenfalls dazu Unangenehmes zu verdrängen in dem wir es in die Zukunft – also weg aus der Gegenwart verschieben. Jedoch ist die Zukunft unausweichlich und so trifft uns das verdrängte wieder (man sieht sich immer zwei mal) – meist dann wesentlich stärker.
Glücklicherweise erledigen wir Wichtiges Dringendes automatisch fast zu erst. Außer wir erledigen zuerst Unwichtiges Dringendes.
Was uns aber das Leben am stärksten vereinfacht ist die Erkenntnis, Unwichtiges nicht Dringendes einfach so weit weg zu schieben (in die Zukunft) bis es entweder wichtig wird, dringend wird oder es sich von selbst erledigt. Eine meiner Lieblingsweisheiten aus meiner Kindheit lautet:

Es gibt nichts was sich nicht durch längeres Liegenlassen von selbst erledigt.

mein Mitbewohner 1. Mai 2011 mein Mitbewohner Ein Kommentar Trackback URL Kommentare RSS

Ein Kommentar zu “Die Kreisatur des Quadrats”

  1. Icham 1. Mai 2011 um 10:31 | Link zum Kommentar

    Hey Mitbewohner,
    das kommt mir sehr bekannt vor – vielleicht aber auch nur weil ich erst vor 2 Monaten eine Klausur geschrieben habe, in der es nebenbei auch um sowas ging. Diese Möglichkeit der Prioritätenliste wurde von Eisenhower ursprünglich entwickelt, siehe:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenhower-Prinzip

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