Der Klon gewinnt wohl doch nicht immer

Heute war mein persönlicher Social-Network-Tag. Dies war eigentlich gar nicht geplant, jedoch folgte eins dem anderen und so weiter. Beginnend mit dem Film “The Social Network” habe ich erst mal eine eigene Wissenslücke geschlossen. Der Film ist eine Mischung aus Dokumentation und Anwalts-Gedudel (Ala Barbara Salesch), jedoch überraschend gut zu schauen. Dieser Artikel soll jetzt aber keine ausführliche Filmkritik werden – viel mehr habe ich danach die Lust verspürt, mal zu schauen, wie es den anderen sozialen Netzwerken in Deutschland so ergeht und ob Facebook immer noch steil in die Höhe schießt.

Ein ziemlich guten Artikel, der alle gängigen in Deutschland vertretenen Netzwerke kurz und knapp präsentiert habe ich in folgendem Blog gefunden, für diejenigen – die bisher nur Facebook und StudiVZ kannten. Bei meiner Recherche habe ich des weiteren auch nach brauchbaren Nutzerzahlen geschaut, an denen sich der Erfolg/Misserfolg ja am besten ablesen lässt. Meine Vermutung, dass z.B. das soziale Netzwerk StudiVZ (das deutsche Pendant Plagiat von Facebook) schon lange nicht mehr so lebendig ist wurde auch nur mit wenigen Mausklicks bestätigt, bestätigt und nochmals bestätigt.

Besonders beeindruckend ist der echt hohe Verlust von 50% der Page-Impressions (Kurz: PI, auch Seitenaufruf bzw. Page-View. Bezeichnet den Abruf einer Einzelseite innerhalb einer Website.) in einem Zeitraum von nur 12 Monaten. Während im vergangenen Jahr der Vorstand noch sagte, die fallenden Zahlen seien auf ein ‘Sommerloch’ zurück zu führen, wird man sich nun nicht mehr so einfach raus reden können.

Und wie es das Timing so will – wurde dann auch noch ausgerechnet gestern Abend von dem Holtzbrinck-Verlag in einem Bericht auf Financial Times erwähnt, dass das Verlagshaus auch ein Verkauf der Netzwerke nicht mehr ausschließe. Auch hier hat man sich scheinbar schon mit dem nicht mehr zu stoppenden Facebook abgefunden. Amüsant an der gesamten Geschichte ist, dass Facebook 2008 StudiVZ ein Angebot unterbreiten hatte, welches rückwirkend betrachtet wohl ein sehr lukratives Geschäft für den Verlag gewesen wäre.

Ein Verkauf an Facebook wurde 2008 ausgeschlagen, dieser hätte im Gegenzug vier Prozent Anteile (derzeitiger Wert rund 1,96 Mrd. Euro) an dem derzeit erfolgreichsten Sozialen Netzwerk gebracht. (Quelle: ORF News)

Wie man nun weiter mit diesem toten Netzwerk umgehen soll, bleibt jeden selbst überlassen, aber ich habe dadurch heute endgültig mein schon lange inaktiven Account auf StudiVZ gelöscht. =) Die Headline des Artikels knüpft im übrigen an die Headline von Spiegel Online 2008 an: Der klon gewinnt immer!

Ich 9. Mai 2011 Ich Ein Kommentar Trackback URL Kommentare RSS

Ein Kommentar zu “Der Klon gewinnt wohl doch nicht immer”

  1. Benniam 11. Mai 2011 um 11:33 | Link zum Kommentar

    Hallo DU, hallo Mitbewohner,

    vielen Dank für die Erwähnung meines Artikels über die Sozialen Netzwerke in Deutschland. Euer Artikel gefällt mir ebenfalls sehr. Zwar ein wenig hart gegenüber den Vz-Netzwerken aber Fakt ist Fakt.

    Meine persönliche Meinung zu den Vz-Netzwerken:

    Wie ihr oben schon so schön beschrieben habt, geht es für die Netzwerke rapide bergab. Gründe hierfür sind meiner Meinung nach z.B. wie o. g. die Kopie der Facebook Ideen, unbedachter Umgang mit Plattformspielen alla “Frohe Ernte” und Co. was das Thema Nutzerabzocke angeht und natürlich der fette Datenklau der letzen Jahre. Letzteres passiert bei Facebook zwar auch, aber wird in den Medien nicht so hochgepusht wie bei den Vz-Netzwerken mit Sitz in Deutschland, weiterer Grund ist wahrscheinlich auch das die Vz-Netzwerke nur in Deutschland vertreten sind. Unter meinen Facebookfreunden befinden sich immerhin 2 Freunde aus Spanien, 3 Freunde aus Brasilien, 1 Freund aus Mexico und 2 Freunde aus England… Alles Menschen die man entweder im Urlaub, oder als Austauschschüler kennengelernt hat. Bei den Vz-Netzwerken würde so etwas nicht funktionieren.

    Fazit:
    Ich Denke die Netzwerke werden sich nicht mehr lange halten können. Auch die Zusammenarbeit mit Myspace wird sie nicht retten. Was diese Zusammenführung bringen soll verstehe ich bis heute nicht. Die Vz-Netzwerke äußerten sich wie folgt:

    “Ziel ist es, die erste Adresse für alle Unternehmen zu werden, die junge Menschen in Deutschland zum Markenaufbau in der digitalen Welt erreichen wollen”, erklärte Sven Bagemihl, Leiter der Sales-Abteilung der VZ-Netzwerke.

    Da bin ich echt mal gespannt, wie sie dieses Ziel erreichen wollen.

    LG an euch 2 ;)
    Benni – http://www.whatsupblog.de

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