Monatsarchiv für April 2013

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“In this world, Elwood, you must be oh so smart or oh so pleasant.” Well, for years I was smart. I recommend pleasant. You may quote me.

Sein Leben verlieren. Es bedeutet nicht zu sterben. Das Leben ist der allgegenwärtige Zustand der Entwicklung. Alles was dem Leben dient, lebt. Wer sich in der Illusion des Selbst, also der scheinbaren Wichtigkeit der eigenen Geschichte – welche nicht real ist – verliert, ist fast ununterbrochen mit falschen Dingen beschäftigt und verpasst das wahre Leben. Das bedeutet es, sein Leben zu verlieren. Also ist es eine Situation, die in jedem Moment statt finden kann. Es ist eine langsame Entwicklung die schleichend passiert. Die meisten Menschen merken es gar nicht, weil sie glauben das was sie tun, tun zu müssen um zu “überleben”. Oder weil es “normal” sei. Währenddessen erkennen sie nicht, das sie ihr Leben schon verlieren. Erst wenn eine Depression eintritt, folgt die Erkenntnis. Spätestens in der vorletzten Stufe des Sterbens, vor der Akzeptanz, sprich: des Lebens. Früher wurde eine Depression auch als “dunkle Nacht der Seele” benannt und war der Zustand, der dem Erwachen voraus ging. Heute hat die menschliche Gesellschaft häufig den Zwang, Dinge zu kategorisieren um sie scheinbar zu verstehen. Um den Schein aufrecht zu erhalten, Herr der Lage zu sein.

„der Friede, der allein versöhnt und stärkt, der uns beruhigt und unser Gesichtsbild aufhellt, uns von Unrast und von der Knechtung durch unbefriedigte Gelüste frei macht, uns das Bewusstsein des Erreichten gibt, das Bewusstsein der Dauer, inmitten unserer eigenen Vergänglichkeit und der aller Äußerlichkeiten.“– Claude J. G. Montefiore

Geschrieben von mein Mitbewohner am 27. April 2013
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“Wanting to reform the world without discovering one’s true self is like trying to cover the world with leather to avoid the pain of walking on stones and thorns. It is much simpler to wear shoes.” – Ramana Maharshi

Geschrieben von mein Mitbewohner am 22. April 2013
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“It’s not what you look at that matters, it’s what you see.” – Henry David Thoreau

Geschrieben von mein Mitbewohner am 10. April 2013
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Carl Nilsson Linnæus

Unser Weltbild setzt sich zusammen aus allen Erfahrungen die wir seit unserer Geburt plus einigen Monaten gemacht haben. Charakteristisch für unsere derzeitige Gesellschaft ist, dass wir mehr als alle Generationen vor uns durch das Fernsehen und Kino beziehungsweise das Medium Film geprägt werden. Das heißt unser Verstand arbeitet in Bildern oder bewegten Bildern. Vor der Fotographie gab es wenige Bilder. Damals arbeitete das Vorstellungsvermögen hauptsächlich in Worten, da seit Erfindung des Buchdruckes massenweise Bücher und später sogar die kurzlebigeren Zeitungen verteilt werden konnten. Davor basierte es nur auf gesprochener Sprache. Das macht deutlich warum Gedichte und Gesang sowie Gebete vor dem 15. Jahrhundert noch viel mehr Bedeutung hatten. Die Geschichte lehrt vielleicht, dass der Buchdruck die Wissensvermittlung revolutionierte. Und die Photographie kombiniert mit Zeitungen kombiniert mit Telegraphen kombiniert mit Radio schließlich endend im Fernsehen verdrängten das Buch vom ersten Platz. Heute folgt dem das Internet, welches noch jung ist, sich aber noch unvorstellbar weiter entwickeln wird.

Zurück zum Weltbild. Viele Menschen halten sich für den Gipfel der Evolution. Das ist bedingt in der Größe ihres Universums. Je weiter einer sieht, desto genauer kann er sich und seinen Platz in der Welt einordnen. Erstere jedoch, sehen auf alles andere herab. Sie beobachten und misshandeln andere Menschen, andere Tiere, Pflanzen, Bakterien, Viren und alles andere. Wir züchten Tiere und Pflanzen, nutzen sie zu Versuchszwecken, manipulieren sie, ändern ihre Erbinformationen, sezieren sie, dokumentieren sie und ordnen sie in unser Weltbild ein. Ebenso mit längst Verschollenem. Wir graben alte Städte aus, finden alte Knochen und Werkzeuge. Wir beschreiben sie, fotografieren sie und filmen sie. Und dann verteilen wir diese Informationen an die Mitmenschen. So versuchen wir uns ein Weltbild zu erschließen und zu verstehen wie alles funktioniert.

Wir glauben am Gipfel angekommen zu sein. Aber das Leben macht nie halt. Es geht immer weiter. Und auch wir werden uns noch unvorstellbar und unaufhaltsam weiter entwickeln. Vielleicht sterben wir auch aus. Vielleicht kommt eine Spezies nach uns. Vielleicht auf unserem Planeten vielleicht von einem anderen (obwohl der Unterschied nicht so wichtig ist, wie viele noch glauben). Nehmen wir einmal an, wir schaffen es tatsächlich unsere Lebensgrundlage zu vernichten und folgen dieser dann. Den Planeten stört das nicht. Er hat schon seit über vier Milliarden Jahren Meteoriten, Vulkanausbrüche, Eiszeiten, Hitzezeiten, Krankheiten, Erdbeben, Fluten, Sonnenstürme, Aschewolken und Dinosaurier überlebt. Die vielen anderen Spezies stört es wohl auch wenig (außer denen, die wir mitgerissen haben – obwohl: die stört es auch nicht mehr), schließlich öffnet das ganz neue Räume für neue Spezies und deren eventueller Superevolution. So stellen wir uns einmal vor, dass zum Beispiel in 65 Millionen Jahren Delfine so weit entwickelt sind, dass sie mindestens alles können, was wir heute auch können. Sie könnten – wenn sie wollten – eine Form der Wissenschaft betreiben, die unserer heutigen ähnlich ist. Dabei würden sie mit ihren Pendants mikroskopieren, makroskopieren, versuchen, berechnen, vergleichen, graben und alles andere was einem so einfällt. Dabei würden sie eventuell auf eine längst ausgestorbene Spezies treffen, deren Aussterben ihnen zuerst Rätsel aufgeben würde und denen sie einen wissenschaftlichen Namen in ihrer Sprache (falls sie etwas vergleichbares hätten) geben würden. Ins Menschliche übersetzt würden sie heißen: homo sapiens.

Diese Spezies hätte in ihren Augen bemerkenswertes erreicht. Sie hätten sich nicht nur Werkzeuge zu Nutze machen können, sondern sogar Werkzeuge bauen können, die selbst Arbeit verrichteten. Sie wären nicht mehr auf Nahrungssuche angewiesen gewesen, sondern sie hätten sich selbst die gewünschte Nahrung hergestellt. Sie hätten Methoden gefunden, gegen Krankheiten vorzugehen. Sie hatten ein ausgeprägtes soziales Verhalten, was sich darin bemerkbar gemacht hat, dass sie sich in Gruppen zusammen schlossen innerhalb derer es keinen Konkurrenzkampf gab, damit alle am selben Strang zogen um den größtmöglichen Nutzen für die Gemeinschaft zu erzielen. Sie wohnten in riesigen Siedlungen, die sie selbst bauten.

Jedoch zeigten sie auch sehr seltsame Verhaltensweisen. So zum Beispiel hatten sie zwar den Sinn und Nutzen von Gemeinschaftlichkeit erfahren, strebten aber dennoch nach einer ausgeprägteren Individualität. Diese sprengte die Grundfesten ihrer Gemeinschaft, so dass wieder ein Konkurrenzverhalten alltäglich wurde. Dies zeigte sich zum Beispiel in einem Spiel, dass scheinbar alle gespielt haben und das für viele nicht mehr als Spiel sondern als bitterer Ernst empfunden wurde: das Streben nach einem nicht realen Wert. Warum sie das taten ist heute unklar. Sie hatten alles was sie brauchten. Aber dennoch störten sie dieses Paradies, weil sie etwas wollten was sie nicht hatten, was es aber auch nie zu erreichen gab.

Weiteres seltsames Verhalten zeigte sich im Balzritual: so haben sie die ungewöhnlichsten Formen und Farben (teilweise kopiert von anderen Spezies) in ihre Haarpracht eingearbeitet. Außerdem legten sie sehr hohen Wert auf eine unvorstellbare Vielfalt an Textilkleidung. Ferner gab es Farben für das Gesicht, die Unterschiedliche Pigmentierung der Haut und Farben in verschiedensten Formen wurden unter die Haut gestochen. So wurde das einfache finden eines Partners mit dem man glücklich sein Leben verbringen konnte zu einer immer schwierigeren Aufgabe. Die Partner wurden nicht mehr nach ihren wahren Qualitäten bemessen, sondern immer mehr nach ihren Haaren und ihrer Kleidung – welche, bei aller Ironie nichts über die tatsächlichen Qualitäten aussagt, da jeder die gleiche Haarpracht oder die gleichen Gewänder tragen konnte. Plus: es konnte sich jeden Tag ändern. Jedenfalls hat das wohl dazu geführt, das die Formen und Ergebnisse des Balzens immer verfälschter wurden und sich diese Spezies immer seltener homogen paaren konnte. Dies und eine steigende Angst vor unsichtbaren Feinden führte wohl zu einem rasanten Verfall der Spezies, der wie wir heute wissen gleich verlief wie der, der Zivilisation der Osterinsel.

 

“Weltgeschichte ist die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre.” - Bertrand Russell

“Die Geschichte lehrt, dass sich Menschen und Nationen erst dann klug verhalten, wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind.” - Abba Eban

Geschrieben von mein Mitbewohner am 1. April 2013
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