Monatsarchiv für Dezember 2014

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Nichts ist wahr, alles ist erlaubt

Es gibt keine Gesetze. Ein Gesetz kann sein eine Regel von Menschen aufgestellt. Ein Gesetz wird auch genannt in der Physik oder Wissenschaft zum Beispiel ein sogenanntes Naturgesetz; als hätte die Natur eine Regel aufgestellt, an die sich alles und alle halten müssten. Eigentlich ist es nur ein Muster, das der Verstand erkannt hat und versucht dazu zu verwenden, allgemein gültige Ursache-Folge-Prinzipien verwenden zu können. In der Tat sieht es für den Verstand in der Illusion von Zeit so aus, als gäbe es ein vergangenes Ereignis, das zu einem gegenwärtigen Effekt geführt hat. Und dem folgend sieht es scheinbar auch so aus, als gäbe es gegenwärtige Ereignisse, die zu Zukünftigen führen oder sie auslösen. Deshalb bilden sich in den Köpfen der Menschen stets neue Konzepte, die scheinbar wahr sind. Und an diese Konzepte halten wir uns, da sie “unsere Realität” sind. Dies passiert am häufigsten unterbewusst und so konditionieren wir uns stets selbst. Meistens durch äußere Geschehnisse wie zum Beispiel das Gesehene oder Gehörte. Da dies seit Jahrtausenden sehr effektiv funktioniert, haben sich sehr viele Verhaltensweisen ausgeprägt (und ebenfalls als sehr erfolgreich erwiesen) die darauf basieren, Einfluss auf Andere auszuüben um somit deren Konzeptbildung sprich: deren Selbstkontrolle zu beeinflussen (meist um andere Menschen nach den eigenen Vorstellungen/Konzepten -> Wünschen zu manipulieren).

Nun ist es so, dass sich erfolgreichere Konzepte natürlich besser, das heißt einfacher und schneller verbreiten. Diese verbreiten sich dann wie von selbst. Und die erfolgreichsten in der Entwicklung der letzten Jahrtausende bestehen immer noch und entwickeln sich stets weiter. Wenn sich dann ein Konzept als falsch oder fehlerhaft oder unpraktikabel herausstellt, ist es natürlich schwierig, ein sehr altes von vielen mittlerweile als selbstverständlich gewordenes Konzept oder Weltbild zu ändern. Dass es sich durchsetzt, wenn es “besser” ist, ist keine Frage. Wie lange es dauert kann nicht gesagt werden. Wie groß der Widerstand der Einzelnen und dementsprechend der Masse (als Summe der Einzelnen) sein wird oder ist, kann auch nicht vorhergesagt werden. Wenn es aber einzelne gibt, die eine “Wahrheit” erkannt haben und von ihr überzeugt sind, wird sie sich von alleine verbreiten. Wenn es keine “Wahrheit” ist, wird sie sozusagen von alleine wieder aussterben. Es ist – wie alles Leben – ein evolutionärer Prozess. Und diese Evolution ist nicht etwas, das gefördert oder aufgehalten werden kann. Sie ist.

Deshalb ist das, was gewesen ist auch weniger relevant für die bewusste Entwicklung eines neuen Konzeptes oder die Bestätigung der gegenwärtigen Realität, sondern vielleicht eher für das Infragestellen des status quo. Die Auflösung der Selbstkontrolle durch unbewusst gelernte Konzepte (=Angst) ist für die Selbstbefreiung sehr wertvoll. Kein noch so ausgeklügeltes und begründetes Konzept kann die Realität darstellen wie sie ist. Sie können immer nur ein Abbild, Modell oder einen unvollständigen Teil versuchen darzustellen. Die “Gesetze” nach denen wir Leben können, sind durch die gegebenen Bedingunen als Lebewesen in der materiellen Welt schon vorausgesetzt. Die können wir nicht ändern, sondern nur akzeptieren. Aber alle weiteren Regeln oder Gesetze sind Spiele im Spiel. Durch sie begeben wir uns (freiwillig) in Unfreiheit; oder von der anderen Seite betrachtet: wir befreien uns nicht aus dem Gefängnis, in das wir uns begeben haben.

“Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.” – Hermann Hesse

Geschrieben von mein Mitbewohner am 5. Dezember 2014
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