Monatsarchiv für Februar 2015

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Was bin nicht ich?

Oft stellen wir uns Fragen wie zum Beispiel “Was mache ich hier eigentlich?”, “Was will ich erreichen?” oder “Was fehlt mir noch um endlich dauernd glücklich zu sein?”. Das sind alles Fragen die die äußere Umwelt betreffen, also alles was außerhalb von “mir” geschieht. Da ich aber die Fragen innerhalb von “mir” stelle, möchte ich auch da eine Antwort haben. Es sieht für die meisten Menschen so aus, als müsste ich außerhalb etwas ändern oder als müsste außerhalb etwas passieren, damit sich innerhalb ein gewünschtes Gefühl einstellt. Dem ist jedoch nicht so. Natürlich haben äußere Geschehnisse einen starken Einfluss auf die Innenwelt (wobei man das auch trainieren kann, so dass es stärker oder schwächer wird). Äußere Ereignisse lenken unsere Aufmerksamkeit auf sie; jedoch sind je nach Mensch die “interessanten” Dinge verschieden. Das hängt von allem bisher erlebten und gelernten ab und nennt sich auch die Konditionierung. Zum Beispiel wird eine Person, die schon einmal von einem Auto angefahren wurde, anders auf dasselbe Auto reagieren, als derjenige, der es besitzt oder derjenige der es gebaut hat. Ein anderes Beispiel wäre ein Land; so kann einer einen schönen Urlaub dort verbringen und der andere von dort, aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen, vertrieben werden, oder wieder ein anderer dort einfach arbeiten gehen. Jeder von ihnen wird wenn seine Aufmerksamkeit auf dieses Land oder Auto gerichtet wird, andere Dinge in seiner Innenwelt denken und fühlen. Wie wir konditioniert wurden, können wir nicht mehr ändern. Aber wie wir jetzt damit umgehen schon. Und das wiederum ändert meine jetzt stattfindende Konditionierung. Dadurch werde ich in Zukunft anders auf meine Umwelt reagieren als wenn ich jetzt so weiter mache wie bisher.

Bisher war es bei den meisten so, dass sie etwas erreichen wollten um sich gut zu fühlen. Das klingt auch ganz sinnvoll. Der damit einhergehende Haken ist jedoch der: wenn wir es nicht erreichen, sind wir unzufrieden. Wenn wir es erreichen, wollen wir das Gefühl fest halten, was aber nie möglich ist, da alles dem Wandel unterliegt. Oder die dritte Möglichkeit, uns geschieht etwas, was wir nicht wollen, dann sind wir auch unzufrieden. Die Lösung ist die: wenn wir in unserer Innenwelt bereits glücklich sind, dann haben äußere Einflüsse weniger bis keinen Einfluss mehr darauf. Beispiel: wenn ich in meiner Innenwelt glücklich bin, hängt mein Glück nicht vom erreichen eines Ziels ab. Aber: wenn ich das Ziel erreiche, kann ich mich darüber freuen. Wenn ich es nicht erreiche, bin ich trotzdem glücklich. Wenn ich es wieder verliere, bin ich trotzdem zufrieden. Und schließlich: wenn mir etwas passiert, was ich nicht will, macht mich das nicht unglücklich.

Die Schwierigkeit für die meisten liegt aber darin, den inneren Glückszustand zu erreichen. Dafür gibt es unzählige Methoden, die dabei helfen können es zu lernen. Hier ist wieder für jeden eine andere sinnvoll, die er aber meistens selbst finden muss. Warum viele sie noch nicht gefunden haben: sie suchen in der Außenwelt danach – Geld, Partner, Erlebnisse, Macht, Erfolg, Ansehen, Aussehen und so weiter. Wenn sie es gefunden haben, können sie die Außenwelt in ihrer Gesamtheit genießen wie sie wollen – ihr Glück hängt ja nicht mehr davon ab. Wer glücklich ist hat genug Geld*. Wer unglücklich ist, hat nicht genügend Geld*. (* kann durch alles Äußere ersetzt werden). Wie gesagt, seine Methode zu finden, ist die Aufgabe jedes Einzelnen. Zwar können sich alle untereinander gegenseitig helfen, aber es ist nicht möglich den Weg eines anderen zu kopieren oder nachzugehen um die gleichen Ergebnisse zu erzielen. (Wobei auch diese Versuche dazu gehören, seine Methode/seinen Weg zu finden).

Hilfreich kann sein, sich die Fragen umgekehrt zu stellen. Einfach nach dem Gegenteil zu fragen. Zum Beispiel: “Was will ich nicht erreichen?”, “Was will ich jetzt nicht machen?”, “Was habe ich schon, was mich glücklich macht?” (das ist eine besondere Frage ,-), “Was passiert jetzt hier, was ich nicht will?”

„Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen.“ - Dumas fils

Geschrieben von mein Mitbewohner am 5. Februar 2015
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Die Zukunft ist jetzt

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, das Teleportation (“Beamen”) bereits erfunden wurde; würdest Du das machen?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, dass es eine Tür an Deinem Ziel erstellt, durch die Du nur hindurch gehen müsstest; würdest Du das machen?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, dass es nicht ganz so einfach ist, sondern Du in alle Deine Atome geteilt werden müsstest, und um dort anzukommen, dort wieder zusammen gesetzt werden müsstest; würdest Du das machen?

Was passiert, wenn ich Dir erzähle, dass dabei nicht tatsächlich Deine Atome hin transportiert werden, sondern Du aus Atomen von dort wieder zusammen gesetzt wirst, würdest Du das machen?

Was passiert, wenn ich Dir erzähle, dass dieses Gerät Dich erst einscannt und dann eine exakte Kopie (Klon) von Dir auf der anderen Seite erstellt, und Dich dann tötet, würdest Du das machen?

Wenn nicht, warum?

Du könntest sagen, weil nicht Du transportiert würdest, sondern nur eine Kopie. Das echte Du stürbe.

Nun, warum ist das nicht Du? Jedes Teil ist genau das gleiche. Die gleichen Gedanken, Erinnerungen, Aussehen, DNS, bis hin zu den einzelnen Atomen selbst.

Du könntest dann behaupten, dass es nicht aus Deinen Atomen besteht, es seiest nicht Du, sondern nur eine perfekte Kopie. Die Erinnerungen, die Gedanken, die Narben, die Kratzer alles nur Kopien. Es hätte nie selbst erfahren oder die Dinge erlebt die ihm passiert sind. Es wäre einem anderen Körper passiert… einer anderen Person.

Nun, was wäre wenn ich Dir erzählen würde, dass alle sieben Jahren jedes einzelne Atom Deines Körpers ausgetauscht wird?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, dass Deine Gedanken und Erinnerungen in den Neuronen Deines Gehirns aufgenommen werden, ähnlich wie ein Computer Daten als Einsen und Nullen speichert und nach sieben Jahren alle davon ersetzt werden?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, dass kein einziges Atom Deines Körpers in Deine Taten von vor sieben Jahren verwickelt gewesen ist?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, das nicht ein einzelner Gedanke oder eine Erinnerung die älter als sieben Jahre ist ein Original ist?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, Du bist eine Kopie?

“I stand at the seashore, alone, and start to think.
There are the rushing waves
mountains of molecules
each stupidly minding its own business
trillions apart
yet forming white surf in unison. Ages on ages
before any eyes could see
year after year
thunderously pounding the shore as now.
For whom, for what?
On a dead planet
with no life to entertain.

Never at rest
tortured by energy
wasted prodigiously by the sun
poured into space.
A mite makes the sea roar.

Deep in the sea
all molecules repeat
the patterns of one another
till complex new ones are formed.
They make others like themselves
and a new dance starts.

Growing in size and complexity
living things
masses of atoms
DNA, protein
dancing a pattern ever more intricate.

Out of the cradle
onto dry land
here it is
standing:
atoms with consciousness;
matter with curiosity.

Stands at the sea,
wonders at wondering: I
a universe of atoms
an atom in the universe.”

- Richard Feynman

Geschrieben von mein Mitbewohner am 1. Februar 2015
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