Monatsarchiv für März 2015

Du suchst im Moment im Archiv von Ich und mein Mitbewohner.

Wer bin ich, wenn ich schlafe und nicht träume?

Erfahrung. Nicht in der meistens verwendeten Bedeutung von Dingen die wir erlebt oder gelernt haben. Erfahrung als das Erleben aller Sinneswahrnehmungen, Gedanken und Gefühle. Ich erfahre jetzt was ich sehe, was ich fühle, was ich höre und so weiter. Dieses Erfahren findet immer nur jetzt statt. Um etwas zu erfahren ist ein Bewusstsein die Voraussetzung. Das Bewusstsein ist die letzte ‘innerliche’ Leinwand auf der alles von außen ankommt. Jeder Lichtreiz hat einen Ursprung in der Lichtquelle von der aus es sich in alle Richtungen ausbreitet. Wo es auf etwas Materielles trifft, wird es teilweise reflektiert. Dieses reflektierte Licht breitet sich wieder in alle Richtungen aus. Schließlich kann es zum Beispiel im Auge eines Betrachters ankommen. Von dort aus wird es in andere Signale umgewandelt und weiterverarbeitet. Aber letzten Endes kommt es im Bewusstsein an. Eine Schallquelle breitet sich auch aus, wird eventuell reflektiert, erreicht vielleicht ein Hörorgan und wird weiterverarbeitet. Schließlich erreicht es das Bewusstsein – es wird erfahren. Genauso beim Geschmack. Etwas wird gegessen, die Sinnorgane (Zunge und ähnliche) interpretieren ihre Wahrnehmungen und leiten sie weiter. Sie werden weiter verarbeitet und kommen schließlich im Bewusstsein an. Aber bei allen Wahrnehmungen wird am Ende immer die letzte Grenze überschritten: die zwischen der materiellen Welt und dem Bewusstsein. Hier möchte ich stark diesen Artikel empfehlen. Auch sehr interessant ist der darin enthaltene Hinweis auf das sogenannte ‘Bieri-Trilemma‘. Das ist zwar alles viel zum Lesen und viele Menschen neigen oft dazu lange Texte, verschachtelte oder mit vielen unbekannten Worten gebaute Sätze nicht zu lesen und von vornherein gar nicht erst zu versuchen, sie zu verstehen. Sie sind abgeschreckt durch eine scheinbare Schwierigkeit. Ähnlich ist das mit dem Verständnis von Wirtschaft und deren Zusammenhängen. Das gleiche wird auch in anderen Gebieten versucht (“Wenn Sie mich verstanden haben, dann habe ich mich nicht kompliziert genug ausgedrückt”). Mit Absicht und Erfolg. Lasst Euch nicht abschrecken. Versucht es einfach Stück für Stück. Mit der Übung kommt das Verständnis.

Aber zurück zum Thema. Das Bewusstsein ist das Ende. Es geht nicht weiter. Alles kommt hier an. Als menschliches Wesen neigt die Welt dazu so auszusehen, als geschähe alles Außerhalb von uns. Die Sonne geht auf und unter (oder die Erde dreht sich, aber das sieht aus menschlicher Perspektive eben auch anders aus), andere Menschen tun verschiedenste Dinge, das Wetter ändert sich. Aber im Endeffekt sind das alles Wahrnehmungen, die in unserem Inneren statt finden. Das Licht der Objekte (das von ihnen reflektiert wurde) ‘bewegt’ sich durch den Raum und trifft schließlich auf die Augen. Es sind nicht die Augen die so weit sehen. Die Augen bleiben wo sie sind, sie nehmen nur auf, was zu ihnen kommt. Ebenso die Ohren. Aber das Gehirn interpretiert natürlich alles so, dass es sich ein Bild von der Außenwelt erstellt, damit wir uns besser darin zurecht finden können. Aber im Endeffekt ist es nur ein Abbild, eine Kopie der ‘echten’ Welt.

Ähnlich dem Erleben der Sinneswahrnehmungen sind die Gedanken. Die Gedanken werden vom Gehirn verursacht. Ein Teil des Gehirns lernt ein paar Jahre nach der Geburt die jeweilige Sprache. Diese Sprache bildet dann die Basis der Gedanken. Die Gedanken sind vorher noch nicht da. Und es gibt auch Zeiten oder Momente in der Existenz eines Menschen (weitläufig fälschlicherweise ‘im Leben’ genannt ,-) in denen die Gedanken nicht da sind. In denen Stille im Kopf ist. Dennoch existieren wir weiter. Wir nehmen auch weiter unsere Umwelt wahr. Wir erfahren weiter. Das Bewusstsein bleibt. Sobald die Gedanken wieder kommen (meist sehr schnell, und oft auch sehr penetrant), schieben sie sich sozusagen zwischen die Sinneswahrnehmungen (=die Außenwelt) und das Bewusstsein. Zu Zeiten kommentieren sie die Außenwelt, zu Zeiten beschäftigen sie sich mit der Vergangenheit, zu anderen Zeiten mit einer möglichen Zukunft. Die Gedanken über die Vergangenheit oder die Zukunft sind meistens nicht im Hier. Sie ziehen uns sozusagen woanders hin. Ich bin in Gedanken im Urlaub oder am Wochenende oder mit anderen Menschen. Aber in Wirklichkeit ist mein Körper noch im Hier und Jetzt. Die Kommentare über die Außenwelt sind zwar im Hier und Jetzt, aber entweder nicht für lange oder meist nicht sehr hilfreich sondern eher verurteilend. Wenn keine Gedanken da sind, nimmt das Bewusstsein nur auf, was in der unmittelbaren Realität statt findet. Unkommentiert, unbewertet, unverzögert.

Jedoch wenn Gedanken da sind, lösen sie meistens auch Gefühle aus. Schöne Gefühle bei guten Gedanken, unschöne Gefühle bei schlechten. Das kannst Du einfach mal auch selbst ausprobieren und ein bisschen damit spielen. Zum Beispiel darauf achten, ob Gedanken da sind, wenn Du Musik hörst. Oder wenn Du Dich nicht gut fühlst (warum auch immer) einmal bewusst darauf achten, worüber Du eben nachgedacht hast. Natürlich sind ohne Gedanken Sprache und auch solche Texte wie diese nicht verständlich. Gedanken habe ihren Nutzen. Aber wenn sie ungehindert selbst umherrennen und willkürlich Gefühle auslösen, können sie schädlich sein. Umgekehrt, wenn das Bewusstsein ohne den Gedankenfilter die Realität wahr nimmt, kann nichts schädliches passieren. Die Dinge sind dann so wie sie sind. Die Gedanken können aber eine Unausgeglichenheit und damit Unruhe auslösen, in dem sie die Dinge nicht so akzeptieren wollen wie sie sind. Beispielsweise wenn es regnet. Die Gedanken können sich darüber beschweren und ärgerliche Gefühle auslösen, weil sie nicht wollen, dass es jetzt hier regnet. Aber, dass es regnet können sie nicht ändern. Wenn also einer die Fähigkeit besitzt, seine Gedanken zu kontrollieren – oder besser: zu kontrollieren ob sie da sind oder nicht, hätte er in diesem Moment die Möglichkeit, die Gedanken durch Stille zu ersetzen und somit keine ärgerlichen Gefühle wegen des Regens zu bekommen. Wenn er dann gerne über etwas sinnvolles nachdenken würde, kann er ja das dann tun. Oder nicht. Wie er will. Nicht wie seine Gedanken wollen. “Der Verstand ist ein wunderbarer Diener, aber ein miserabler Herrscher”.

Gedanken können auch Bilder sein. Oder Bilder oder Filme können Gedanken auslösen. Oder Gefühle können Gedanken auslösen. Aber egal was im Hier und Jetzt passiert, alles kommt schließlich nur im Bewusstsein an. Es ist fast egal, was in der Außenwelt passiert. Wichtig ist, wie wir mit unseren Gedanken und Gefühlen umgehen. Denn schließlich geht es nur ums Bewusstsein. Es geht um Dich.

“Ein flüchtiges Gefühl von Liebe und Freude oder kurze Momente tiefen Friedens sind möglich, wann immer eine Unterbrechung im Gedankenstrom entsteht. Für die meisten Menschen geschehen diese Unterbrechungen selten und nur zufällig in Momenten, wo der Verstand «sprachlos» ist, manchmal hervorgerufen durch immense Schönheit, außerordentliche körperliche Anstrengung oder sogar durch große Gefahr.” – Eckhart Tolle

Geschrieben von mein Mitbewohner am 21. März 2015
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare

Was hindert mich daran zu sehen, was echt ist?

Es gibt ein Glaubenssystem, in dem man davon ausgeht, dass es im Körper mehrere Energiezentren gibt. Diese Energiezentren werden direkt mit besonderen Eigenschaften verbunden. So können die Zentren besonders stark ausgeprägt sein, oder auch gestört oder ganz blockiert sein. Warum ich so darum herum schreibe ist, weil ich vermute, dass viele Menschen mit der eindeutigen Bezeichnung schon ein Programm im Kopf assoziiert haben, welches dann abgespult wird, sobald der richtige “Knopf” (Wort) gedrückt wird. Nun raus damit: es sind die Chakren oder Chakras. Das ist vermutlich die Mehrzahl von Chakra. Der eigentliche Grund, warum mich das seit einigen Wochen immer mal wieder beschäftigt ist, dass jedem Chakra (es gibt sieben davon im Körper) eine spezielle Eigenschaft zugewiesen wird. Diese Energiepunkte kann sich der Verstand als Zentren im Körper vorstellen, die von unten nach oben an der Wirbelsäule entlang verlaufen. Ganz unten angefangen mit dem ersten bis ganz oben im Kopf (also eigentlich über der Wirbelsäule) das siebte. In diesem Glaubenssystem steht das erste Chakra für die reinen Überlebensinstinkte, dass heißt für uns (da wir keine natürlichen Feinde haben) in erster Linie die Ernährung. Ist die Ernährung gesichert, können wir uns um andere Dinge kümmern. Miteingeschlossen sind hierbei witterungsbedingte Unversehrtheit; also zum Beispiel Kleidung und Wohnung (oder deren pendants). Wenn also die Hauptaufmerksamkeit eines Menschen auf diesen Aspekten liegt, beschäftigt er sich hauptsächlich mit seiner Grundversorgung.

Das zweite Chakra wird dem Sexualtrieb zugewiesen. Wer also seine Grundsicherung quasi selbstverständlich hat, der ist an seiner Sexualität interessiert. Die ist evolutionsbedingt der nächste wesentliche Überlebensfaktor (eat, sleep, reproduce). Ohne diesen, wäre eine Spezies nicht überlebensfähig. Vielleicht gab es solche Spezies schon (es müssen ja keine Menschen gewesen sein); und sie sind aus demselben Grund heute nicht mehr, da sie keine Kinder/Nachfahren gezeugt haben. Heutzutage hat das aber noch einen anderen Effekt: der Fokus wird von manchen bewusst darauf gelegt, um Menschen sich damit beschäftigen zu lassen. So zu sagen damit sie nicht auf ‘dumme’ Gedanken kommen. Wer aber auch in der Sexualität keine nachhaltige Befriedigung (von “Frieden”) finden kann, der widmet sich anderen Themengebieten.

Hier kommen wir zum dritten Chakra. Es ist das Zentrum, das sich mit der Macht befasst. Ein Mensch, der hauptsächlich im dritten Chakra ‘lebt’, ist fast ausschließlich damit beschäftigt, wie er seine Macht beziehungsweise seinen Einflussbereich vergrößern kann. Nahrung und Sex sind dann selbstverständlich schon mit inbegriffen und werden nur zur Nebensache. Das wichtigste ist: mächtiger werden.

Wer bis jetzt bereit war, das zu lesen, kann wenn er will, dieses System einmal anwenden und (sei es nur aus spielerischer Neugierde) und versuchen andere Menschen (Partner, Freunde, Familie, Bekannte) und schließlich sich selbst einfach mal einem Energieschwerpunkt zuzuweisen. Das hat einen ganz interessanten Effekt. Aber das merkst Du schnell selbst ,-)

Hier kommt der Punkt ins Spiel, auf den ich eigentlich hinaus will: wenn wir mal unsere Mitmenschen eingestuft haben, stellen wir mit unterschiedlicher Häufigkeit fest, dass einige Menschen so wirken, als wäre ihr Hauptbestreben Geld. Ich vermute, dass das zwar meistens nicht bewusst geschieht, aber sehr aufklärend sein kann, wenn man sich das mal bewusst macht. Weil ich das auch gemacht habe oder mache, ist mir aufgefallen, dass Geld (welches keinen natürlichen Ursprung hat – oder besser gesagt: noch nicht so lange eine Daseinsberechtigung hat) eine Erfüllung auf gleich die drei ersten Chakren zusammen verspricht. Wer Geld hat, hat genug zu essen und auch Kleidung und Wohnung. Wer Geld hat, hat genügend Sex. Und wer Geld hat hat proportional dazu Macht. Zumindest in dem System in dem wir leben. Wer also nach Geld strebt, erfüllt gleich alle drei Grundbedürfnisse eines einzelnen Individuums. Der Nachteil an dem ersetzen der drei Zentren durch nur eine Einheit ist der, dass wenn wir befürchten zu wenig der einzelnen Einheit zu haben oder zu bekommen, ist der: wir fürchten auch gleich den Verlust aller drei Bedürfnisse. Im Rückschluss lässt sich das einfacher darstellen: wenn ich keine Macht mehr habe, weil ich zum Beispiel meine Machtposition verliere, habe ich immer noch meinen Sexualpartner oder meine Nahrungsquelle. Wenn ich meinen Sexualpartner (oder den Grund, warum ich einen bekomme wie zum Beispiel mein Aussehen oder meinen Reichtum) verliere, habe ich immer noch meine Machtposition (welche auch immer) oder meine Grundversorgung. Wenn ich aber in modernen Zeiten in unserer Gesellschaft in unserem System aufgewachsen bin, besteht die Gefahr, dass wenn ich eines verliere, ich die Angst davor habe, alles zu verlieren. Dementsprechend stark wird mein Widerstand sein. Dementsprechend stark wird die Kraft sein, die mich dazu bringt, Dinge zu tun, die ich eigentlich nicht tun würde. So kann ich mich selbst in einer Lebenssituation gefangen halten. Um zu sehen wie stark dieser Drang/Druck sein kann, versuch’ doch einfach mal Dir vorzustellen wie es ohne wäre.

Auch wenn ich eigentlich versuche, jegliches Leiden zu verringern, ist mir bewusst, dass so ein Gedanke teilweise starkes Leid verursachen kann. Das mache ich nicht weil ich das direkt will, sondern weil das Erkennen einer gegebenen Situation die Grundvoraussetzung dafür ist, etwas zu ändern. Wenn ich nicht überzeugt davon wäre, das viele sich in einem Irrgarten befinden, würde ich nicht versuchen Hinweise auf einen Ausweg zu geben. Auch auf die Gefahr hin, als unangenehm wahr genommen zu werden.

Hier ist eine Pause angebracht.

 

Kannst Du das von eben bei Seite lassen und Dich jetzt auf das hier konzentrieren?

Das vierte Energiezentrum ist das Chakra des Mitgefühls. Solltest Du Deine Energien vermehrt in diesem Teil konzentrieren, wird Dir das Mitgefühl über Deine “Mit”-menschen, die Lebewesen und Pflanzen in Deinem unmittelbaren (je nachdem, auch weiteren) Umfeld, letztendlich allen Seins bewusster sein oder werden. Es gibt unendlich viel was nur dazu da ist, Mitgefühl für alles und für Dich zu haben. Aber es macht keine Werbung. Es tritt nicht im Fernsehen auf. Es ist nicht laut. Es ist allgegenwärtig. Aber Du kannst es nur ‘sehen’, wenn Du nicht in einem der unteren drei Energiezentren verhaftet bist. Aus Sicht dieser, ‘sieht’ man nur was essbar, fickbar oder beeinflussbar ist. Wer so weit gekommen ist, bis hier zu lesen, kann ja spielhafterweise mal versuchen, alles was Einfluss auf seine Aufmerksamkeit hat, zu kategorisieren. Schnell wir er erkennen, worauf sein Fokus liegt. Ein universelles ‘Gesetz’ ist das Gesetz der Anziehung. Gleiches zieht sich immer an. Dementsprechend findet einen immer das, was man selbst aussendet. Hier ist angebracht, darauf hinzuweisen, dass traditionelle Sprache und Sprichworte meist viel mehr Wahrheit beinhalten, als weitgläubig angenommen (mal abgesehen von den manipulativen Versuchen); “Wie man in den Wald hineinschreit, so hallt es heraus.”

Um der Wahrheit zu huldigen, schmeißen wir mal das ganze Chakra-System über Bord (ob ich daran glaube oder nicht, macht zwar für mich einen Unterschied (oder doch nicht?), aber ob es real ist oder nicht, ändert daran nichts). Jeder kann für sich beobachten, wie seine Realität (=das was er für sich wahr nimmt) sich verändert, wenn er sich anders verhält. Ob er daran glaubt oder nicht, er kann einfach mal spielender weise experimentieren, wie sein Tag (oder welche Einheit er auch immer wählen will) sich verändert, wenn er sich anders seiner Umwelt gegenüber verhält. Beispielsweise würde er vielleicht niemals Jemanden zu etwas einladen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Aber weil er heute ein Spiel spielt, tut er es. Nur um zu sehen, wie das Spiel (=seine Umwelt) reagiert.

“Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.” - Mohandas Karamchand Gandhi

“Jeder möchte die Welt verbessern und jeder könnte es auch, wenn er nur bei sich selber anfangen wollte.”- Karl Heinrich Waggerl

Geschrieben von mein Mitbewohner am 13. März 2015
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare