Stell’ Dir mal vor…

Stell’ Dir mal vor, die Menschheit entwickelt ihre Videospiele und Computer und sonstigen Geräte sehr viel weiter. Sie werden so weit entwickelt, dass es möglich ist, ein Spiel so zu erleben, als wäre man selbst der Spieler. Also man sieht und hört und riecht und fühlt und denkt alles so wie der Spieler im Spiel. Das wäre dann so ähnlich wie in “Matrix” oder “13th floor”.

Stell’ Dir jetzt mal vor, durch die Art wie dieses Spiel funktioniert, müssen wir so mit dem Gerät verbunden werden, dass alle unsere Sinne angesprochen werden (um eine ideale Illusion erzeugen zu können). Das hieße, dass wir mit unseren Augen nur noch das wahrnhemen könnten, was im Spiel zu sehen ist. Denn wenn wir außerhalb noch etwas sehen könnten, wie zum Beispiel den Rand einer Leinwand, dann wüssten wir immer, dass es sich nur um ein Spiel oder einen Film handelte. Aber wenn wir eine ideale Illusion erleben möchten, dann müsste das alles nicht mehr wahrnehmbar sein. So als würde das Gerät nicht vor die Augen gestellt werden, sondern der Sehnerv direkt an das Spiel angeschlossen werden. Oder direkt ein Signal in die dazugehörige Gehirnregion geben. Dann würden wir im Spiel, das Spiel als besonders “echt” empfinden. Wenn das dann auch noch mit allen anderen Sinnen oder Sinneseindrücken oder Nervensignalen gemacht würde, dann würde das Spiel “echt” erscheinen.

Stell’ Dir jetzt mal vor, das Spiel ist so programmiert, dass man nicht immer wieder die gleiche Geschichte spielen würde, sondern es würde selbst seine (noch unbekannte, neue) Geschichte schreiben. Das wäre viel unterhaltsamer als eine bekannte Geschichte. Außerdem würden sich keine Handlungen wiederholen.

Stell’ Dir jetzt mal vor, dass das Spiel kein Einzelspieler-Spiel ist, sondern ein Mehrspieler-Spiel. Also jeder spielt mit, und gleichzeitig spielt er (wenn er will) auch mit den anderen Charakteren. Natürlich würde dann jeder seinen eigenen Charakter haben. Das Spiel würde auch unendlich viele Variationen programmieren, die sich nie wiederholen würden, damit es lange interessant bliebe.

Stell’ Dir jetzt mal vor, das Spiel hat eine besondere Eigenschaft; nämlich wenn ein Spieler sich an das Gerät anschließt, dann fängt er ein neues Spiel an. Während des Spiels aber kann er nicht mehr aussteigen, so lange bis das Spiel zu Ende gespielt ist. Also natürlich nur das Spiel seines Charakters. Dann endet seine Simulation und er steht aus dem Gerät auf und geht wieder anderen Dingen nach. Oder er geht wieder in das Gerät und spielt ein neues Spiel. Aber wieder mit einem neuen Charakter und einer neuen noch unbekanten Geschichte. Aber wenn er so eine ganze Lebensgeschichte eines Spielers zu Ende gespielt hat, egal ob sie im Spiel 20 Jahre oder 80 Jahre dauert – wenn er wieder aussteigt, ist keine Zeit vergangen. Das Spiel selbst kommt ihm natürlich wie 20 oder 80 Jahre lang vor, weil es eine perfekte Illusion schaffen würde.

Stell’ Dir mal vor, es gäbe so ein perfektes Spiel, dann würde der Spieler im Spiel nicht mehr erkennen können, dass es sich um ein Spiel handelt. Das Spiel wäre seine Realität und er wüsste nicht mehr, dass es noch seine andere Realität “dahinter” oder “draußen” geben würde. Vielleicht am Anfang, als er angefangen hat das Spiel zu spielen würde er den Untscherschied noch kennen. Aber je länger er im Spiel bleiben würde, umso mehr würde er alles dort für echt halten und seinen Ursprung vergessen – auch wenn außerhalb keine Zeit vergehen würde.

Stell’ Dir mal vor…

“Ein Mensch ist ein räumlich und zeitlich beschränkter Teil des Ganzen, das wir “Universum” nennen. Er erlebt sich selbst und sein Denken und Fühlen als getrennt vom Rest in einer Art von optischer Täuschung seines Bewusstseins. Diese Wahnvorstellung ist ein Gefängnis, das uns auf unsere persönlichen Bedürfnisse und die Zuneigung zu einigen uns nah stehenden Menschen beschränkt. Es muss unsere Aufgabe sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Radius des Mitfühlens für andere ausweiten, so dass es alle Lebewesen und die gesamte Natur in ihrer Schönheit umfasst. Niemand kann diese Aufgabe vollends erfüllen, doch gerade die Anstrengungen, dieses Ziel zu erreichen, sind ein Teil der Befreiung und ein Fundament für innere Zuversicht.” – Albert Einstein

mein Mitbewohner 24. Januar 2017 mein Mitbewohner Keine Kommentare Trackback URL

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