Die Erde läuft gut

Das Original ist von Wolfgang Neuss. Ich habe ein paar Kleinigkeiten an unsere Zeit angepasst.

Die Erde,
wie sie da ist,
wo wir draufsitzen,
die Erde …
die Erde sagt:
Hör mal zu,
sagt die Erde,
die Welt läuft immer gut,
wie sie läuft. -
Was denn,
auch mit den tausend Toten
durch die Herzinfarkte,
durch Übergewicht?
Die Welt läuft immer gut,
wie sie läuft,
die Erde läuft immer gut,
wie sie läuft …
Was denn,
auch mit den Anschlägen,
die da angriffen,
was denn …
haste die Kriegsverbrechen??? …
Die Erde läuft immer gut,
wie sie läuft,
sagt die Welt.
Die Welt sagt:
Die Erde läuft gut,
wie sie läuft,
die läuft gut,
wie sie läuft.
Seit Milliarden Jahren,
sagt die Erde,
die Welt läuft gut,
wie sie läuft! -
Ja, aber,
haste denn nicht Auschwitz gesehen …
Die Erde läuft gut,
wie sie läuft,
die Welt läuft gut,
wie sie läuft …
und jetzt kommen wir,
wir alle,
wir Jungen und wir Alten und wir alle,
wir Menschen,
und sagen:
Aber Fortschritt muß doch sein!
Da sagt die Erde:
Die Erde läuft gut,
wie sie läuft,
die läuft gut,
wie sie läuft! …
Det ist der Fortschritt;
wir wolln trotzdem den Fortschritt!
Wir wolln ändern immer,
und die Erde sagt da ununterbrochen,
das ist die Tatsache,
ein Gesetz:
Die Erde läuft gut,
wie sie läuft,
das ist der Urgeist!!
Der sagt das.
Und da ist auch nichts dran zu rütteln,
auch nicht …
Die Erde läuft gut, wie sie läuft.
Und da kommen wir an und ich besonders,
und sage:
Aber die Welt muß doch total geändert werden,
und Hitler,
total geändert werden,
und – Trump,
na aber,
und der Dalai Lama -
… ja und der Fortschritt?
… ist dünn.
Warum denn ist er dünn?
weil das boshaft ist,
weil jemand nicht will,
nicht weil jemand besonders will …
sondern weil die Erde gut läuft,
wie sie läuft.
Darum ist der Fortschritt immer so dünn.
Wir Menschen erreichen halt doch etwas.
Aber dünn.


“In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.” – Egon Bahr

“We succeeded in taking that picture [from deep space], and, if you look at it, you see a dot. That’s here. That’s home. That’s us. On it, everyone you ever heard of, every human being who ever lived, lived out their lives. The aggregate of all our joys and sufferings, thousands of confident religions, ideologies and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilizations, every king and peasant, every young couple in love, every hopeful child, every mother and father, every inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every superstar, every supreme leader, every saint and sinner in the history of our species, lived there on a mote of dust, suspended in a sunbeam.

The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena. Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors so that in glory and in triumph they could become the momentary masters of a fraction of a dot. Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of the dot on scarcely distinguishable inhabitants of some other corner of the dot. How frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds. Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the universe, are challenged by this point of pale light.

Our planet is a lonely speck in the great enveloping cosmic dark. In our obscurity – in all this vastness – there is no hint that help will come from elsewhere to save us from ourselves. It is up to us. It’s been said that astronomy is a humbling, and I might add, a character-building experience. To my mind, there is perhaps no better demonstration of the folly of human conceits than this distant image of our tiny world. To me, it underscores our responsibility to deal more kindly and compassionately with one another and to preserve and cherish that pale blue dot, the only home we’ve ever known.” – Carl Sagan

Pale Blue Dot

mein Mitbewohner 19. März 2019 mein Mitbewohner Keine Kommentare Trackback URL

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