Was passiert hier?

Wenn wir nach dem schlafen aufwachen, können wir uns noch relativ gut an unsere Träume erinnern. Je mehr Zeit dann vergeht, desto weniger bleibt noch vom Traum übrig. Meistens erinnern wir uns dann gar nicht mehr an die Träume. Manchmal, wenn wir bewusst versuchen uns an Träume zu erinnern (das funktioniert demnach am besten gleich nach dem aufwachen), fallen uns wieder mehr Details ein. Besonders wenn es ein sehr positiver oder negativer Traum war. Wobei es auch sein kann, dass das mit anderen Faktoren zusammen hängt, denn: woher wissen wir an welche Träume wir uns nicht erinnern? Jedenfalls die an die wir uns gut erinnern, beschäftigen uns mehr oder weniger stark und lang. Wenn wir dann sogar mit anderen darüber sprechen oder aufschreiben, bleibt die Erinnerung besser erhalten.

Wie jeder bestimmt schon einmal erlebt hat, lösen Träume auch Emotionen aus. Wenn wir im Traum etwas erleben, dass uns Angst macht, dann spüren wir die Angst wie im “echten” Leben. Wenn wir eine Situation im Traum erleben, wissen wir nicht, dass wir träumen – bis wir aufwachen. Wenn wir im Traum etwas schönes erleben, löst das auch schöne Emotionen aus. Das bemerkenswerte daran ist, dass die Emotionen auch dann noch anhalten, wenn wir schon wach sind und bereits bemerkt haben, dass wir nur geträumt haben. Sowohl positive wie negative können unsere Stimmung weiter beeinflussen und somit auch unsere Handlungen. Das heißt, dass Träume, die ja nur in unseren Köpfen statt finden und keine Ursache von außen haben (ich lasse jetzt mal die Geräusche und ähnliches weg, die manchmal im Stadium des Wachwerdens-und-noch-Träumens einen Einfluss auf den Traum haben; hier soll es um ein anderes Thema gehen, aber wer will kann sich auch über diesen Zusammenhang Gedanken machen, das ist ganz interessant ,-), Einfluss auf unsere Emotionen haben. Genauso können im “echten” Leben Gedanken Emotionen auslösen. Bei den meisten Menschen sind die Gedanken sogar der Hauptauslöser für Emotionen. Aber das wissen sie ja nicht, weil es sich für sie 100 % echt anfühlt. Sie kennen keinen anderen Zustand. Wer zum Beispiel den Film “Inception” gesehen hat, kann sich das so vorstellen. Die Leute die im Traum sind, wissen nicht, dass es ein Traum ist und glauben, dass das was passiert die Realität ist. Wer ihnen etwas erzählt spricht mit dem Menschen in seiner Realität. Wenn er aufwacht oder wie im Film einen weiteren Traum träumt sozusagen “in” einem Traum ist, der sieht seine Realität dann ganz anders. Das stellt natürlich die Frage, woher weiß ich, dass ich (nicht) träume?

Wenn ich eines Tages aufwachen würde und erkennen würde, dass mein bisheriges Leben ein Traum war, dann würde sich für mich vieles ändern. Wenn ich dann einem anderen Menschen (der wahrscheinlich noch träumt) davon erzählen würde, würde er es wahrscheinlich nicht glauben wollen, weil er ja “wach” und in der Realität (in seiner) ist. Also kann ich ihm wahrscheinlich nicht davon erzählen. Außer er will es von sich aus. Dann kann ich versuchen es zu erklären. Aber ob er dann aufwacht oder nicht, hängt alleine von ihm ab.

Zurück zum Thema träumen. Manchmal gibt es Träume oder Erinnerungen an irgendetwas (Orte, Situationen, Personen, Ereignisse), von denen wir nicht mehr unterscheiden können, ist das wirklich passiert, oder habe ich es nur geträumt? Oder hat mir jemand davon erzählt? Aber egal wie sehr wir uns anstrengen, dass Bild in unseren Gedanken bleibt das gleiche und wird nicht schärfer. So bleiben wir im ungewissen über seinen Ursprung, aber das Bild bleibt uns erhalten. Und in Wirklichkeit ist es auch das gleiche. Sowohl Erzählungen, als auch Träume als auch Erinnerungen sind alle nur Erinnerungen in unseren Köpfen. Es sind sozusagen gespeicherte Dateien in unseren Gehirnen. Und sie haben alle den selben Stellenwert. Erinnerungen bedeuten nicht mehr als Träume oder umgekehrt. Es sind nur elektronische Signale in unseren Gehirnen. Was ich jetzt hier erlebe ist echt. Woran ich mich erinnere, was in der Vergangenheit passiert ist, sind nur Erinnerungen und haben keine andere Realität. Es gibt keinen Ort und keine Zeit an dem sie echt sind. Sie sind nur Gedanken. Aber diese Gedanken können Emotionen auslösen, genau wie Träume es können. Genauso ist die Zukunft nur in Gedanken da. Sie ist nicht echt. Aber die Gedanken daran können Emotionen auslösen. Und diese Emotionen können sehr stark sein (in beide Richtungen). Sie sind meist so vorherrschend, dass sie eigentlich unser ganzes Verhalten beeinflussen. Es gibt selten Momente, in denen wir nur das erleben, was hier und jetzt passiert, was echt ist. Sobald ich wieder in Gedanken in der Vergangenheit oder Zukunft bin, ist es als würde ich träumen. Ich glaube, dass es echt ist und es löst Emotionen aus. Wenn mir dann einer sagen würde: “Das ist nicht real. Das sind nur Gedanken. Du träumst nur.”, dann würde ich ihm nicht glauben wollen, weil es für mich meine Realität ist.

“Who looks outside, dreams; who looks inside, awakes.” ― Carl Gustav Jung

 

Geschrieben von mein Mitbewohner am 19. September 2015
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Über: Ich und mein Mitbewohner

Wir sind zwei freidenkende sowie -schaffende WG-Bewohner. Dinge die täglich in unseren Köpfen kreisen oder über die wir uns die Münder wund reden, dürfen jetzt hier sogar noch das Internet infizieren. Wenn Jemand eine Heilung hat: lasst uns bitte in Frieden denken. Wenn Jemand krank wird oder gerne werden würde: fühlt Euch wohl!

Rat park experiment

 

“People use drugs, legal and illegal, because their lives are intolerably painful or dull. They hate their work and find no rest in their leisure. They are estranged from their families and their neighbors. It should tell us something that in healthy societies drug use is celebrative, convivial, and occasional, whereas among us it is lonely, shameful, and addictive. We need drugs, apparently, because we have lost each other.” – Wendell Berry

Geschrieben von mein Mitbewohner am 13. August 2015
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Don’t think

 

 

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“Give up waiting as a state of mind. When you catch yourself slipping into waiting…snap out of it. Come into the present moment. Just be and enjoy being.” – Eckhart Tolle

Geschrieben von mein Mitbewohner am 21. Juni 2015
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Reinhard Mey – Sei wachsam (live)

 

“Ich suche nicht – ich finde
Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen
von bereits Bekanntem im Neuem
Finden – das ist das völlig Neue!
Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen und was
gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer! Die Ungewissheit solcher
Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die sich im
Ungeborgenen geborgen wissen, die in die Ungewissheit, in die
Führerlosigkeit geführt werden, die sich im Dunkeln einem
unsichtbaren Stern überlassen, die sich vom Ziele ziehen lassen und
nicht – menschlich beschränkt und eingeengt – das Ziel bestimmen.
Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Aussen und Innen: Das ist
das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des
Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden neuer
Möglichkeiten erfährt.” – Pablo Picasso

Geschrieben von mein Mitbewohner am 29. April 2015
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faith [feɪθ] Vertrauen, Glauben

Im Englischen hat ‘faith’ eine andere Bedeutung als das deutsche Wort Glauben. Die zusätzliche Bedeutung lautet Vertrauen. So bedeutet es für eine englisch-sprechende Person, wenn sie sagt sie habe ‘faith’ nicht nur der Glaube sondern ein wahres Vertrauen in etwas oder Jemanden. Im Deutschen wird hier unterschieden. Wenn ich sage, ich glaube an etwas, dann hat das den Beigeschmack von ‘ich suche mir das aus und dann ist es meine Meinung, dass das so ist’. Während wir auch nicht oder seltener sagen würden wir haben Vertrauen an Gott oder eine Religion oder ein Weltbild. Jedoch gibt es zwei unterschiedliche Arten Glaubender. Es gibt die Glaubenden, die glauben aus Tradition oder Erziehung. Hier würde ich sogar sagen, dass Glauben eher seine eigentliche deutsche Bedeutung hat (ebenso bei nicht-gläubigen, kritischen Personen). Dann gibt es die Glaubenden aus eigener Überzeugung oder durch eigene Erfahrung. Bei ihnen ist der Glaube so tief, dass eher von Vertrauen – ja, sogar Wissen – gesprochen werden kann.

Ich glaube, dass jedes Lebewesen glücklich sein kann. Ich glaube, dass jedes Tier von Natur aus glücklich ist. Ich glaube, dass jeder Mensch glücklich sein kann. Ich glaube, dass jeder Mensch von Natur aus glücklich ist. Ich glaube, dass im Laufe der ersten Zeit eines Menschen auf der Erde, ihm etwas ‘passiert’, dass ihn lernen lässt, unzufrieden zu sein. Es ist etwas, dass sich zwischen sein Zufrieden sein und seine persönliche Wahrnehmung stellt.

Es gibt einen Menschen, der viel Geld besitzt, und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der nichts hat und unter freiem Himmel lebt, der glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der im Gefängnis ist und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der gesund ist und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der eine schwere Krankheit hat und glücklich ist. Es gibt einen sehr alten Menschen, der nicht mehr viel machen kann, der glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der weiß, dass er nur noch kurze Zeit zu leben hat und glücklich ist. Es gibt einen Menschen der gerade gestorben ist, und ein Lächeln auf dem Gesicht hat. Es gibt einen Menschen, der Hunger hat und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der blind ist und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der seinen Körper nicht benutzen kann und glücklich ist. Es gibt einen Menschen, der seinen Verstand nicht benutzen kann und glücklich ist.

Es gibt bei uns in unserer Zivilisation viele prägende Bilder, die unser Gehirn dazu veranlassen zu glauben, welche Dinge uns glücklich, ja sogar welche Dinge uns unglücklich machen können. Du kannst das ganz einfach kurz mal ausprobieren in dem Du Dir vorstellst, was Du gerne hättest, was Dich glücklich machen würde. Und genau so kannst Du Dir mal vorstellen, was Dir passieren könnte, womit Du ünglücklich sein würdest. Beides ist eine Illusion der Dein Gehirn unterliegt. Diese Täuschung – oder besser: Vortäuschung einer falschen Realität (=die es nicht gibt, sondern sich nur in Deinen Gedanken abspielt wie ein Traum) ist es, was uns als Kindern beigebracht wird. Kleinste Kinder sind glücklich. Sie haben keine Gedanken von Dingen, die sie glücklich oder unglücklich machen können. Sie sind im Hier und Jetzt. Ebenso bei Tieren. Hunde stellen sich nie vor, was wohl in Zukunft passieren wird, was sie glücklich oder unglücklich macht. Sie vergleichen nicht.

“Könnte der gewöhnliche Mensch, wenn er im Sterben liegt, nur die fünf Elemente des Bewusstseins als leer erkennen und ganz erfassen, dass die vier physischen Elemente nicht ein “Ich” bilden, dass der wahre Geist ohne Form ist und weder kommt noch geht, dass sein Wesen weder mit der Geburt beginnt noch mit dem Tod vergeht, sondern ganzheitlich und unbeweglich in seinen Tiefen ist, und dass der Geist eins ist mit den Erscheinungen der Umwelt, dann würde er blitzartig Erleuchtung erlangen. Er würde nicht mehr in die dreifahce Welt vertrickt sein. Er würde die Welt übersteigen und nicht mehr die geringste Neigung zur Wiedergeburt besitzen. Würde er den herrlichen Anblick aller Buddhas wahrnehmen, die, von den prächtigsten Manifestationen umgeben, zu seiner Begrüßung erschienen, so würde er doch nicht den Wunsch haben, sich ihnen zu nahen. Würde er alle Arten schrecklicher Gestalten um sich gewahren, so würde er doch keinen Schrecken empfinden. Er würde einfach er selbst sein, ohne jeden begrifflichen Gedanken und eins mit dem Absoluten. Er hätte den Zustand des unbedingten Seins erlangt. Dies ist das grundlegende Prinzip.” – Huangbo Xiyun

Geschrieben von mein Mitbewohner am 11. April 2015
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Wer bin ich, wenn ich schlafe und nicht träume?

Erfahrung. Nicht in der meistens verwendeten Bedeutung von Dingen die wir erlebt oder gelernt haben. Erfahrung als das Erleben aller Sinneswahrnehmungen, Gedanken und Gefühle. Ich erfahre jetzt was ich sehe, was ich fühle, was ich höre und so weiter. Dieses Erfahren findet immer nur jetzt statt. Um etwas zu erfahren ist ein Bewusstsein die Voraussetzung. Das Bewusstsein ist die letzte ‘innerliche’ Leinwand auf der alles von außen ankommt. Jeder Lichtreiz hat einen Ursprung in der Lichtquelle von der aus es sich in alle Richtungen ausbreitet. Wo es auf etwas Materielles trifft, wird es teilweise reflektiert. Dieses reflektierte Licht breitet sich wieder in alle Richtungen aus. Schließlich kann es zum Beispiel im Auge eines Betrachters ankommen. Von dort aus wird es in andere Signale umgewandelt und weiterverarbeitet. Aber letzten Endes kommt es im Bewusstsein an. Eine Schallquelle breitet sich auch aus, wird eventuell reflektiert, erreicht vielleicht ein Hörorgan und wird weiterverarbeitet. Schließlich erreicht es das Bewusstsein – es wird erfahren. Genauso beim Geschmack. Etwas wird gegessen, die Sinnorgane (Zunge und ähnliche) interpretieren ihre Wahrnehmungen und leiten sie weiter. Sie werden weiter verarbeitet und kommen schließlich im Bewusstsein an. Aber bei allen Wahrnehmungen wird am Ende immer die letzte Grenze überschritten: die zwischen der materiellen Welt und dem Bewusstsein. Hier möchte ich stark diesen Artikel empfehlen. Auch sehr interessant ist der darin enthaltene Hinweis auf das sogenannte ‘Bieri-Trilemma‘. Das ist zwar alles viel zum Lesen und viele Menschen neigen oft dazu lange Texte, verschachtelte oder mit vielen unbekannten Worten gebaute Sätze nicht zu lesen und von vornherein gar nicht erst zu versuchen, sie zu verstehen. Sie sind abgeschreckt durch eine scheinbare Schwierigkeit. Ähnlich ist das mit dem Verständnis von Wirtschaft und deren Zusammenhängen. Das gleiche wird auch in anderen Gebieten versucht (“Wenn Sie mich verstanden haben, dann habe ich mich nicht kompliziert genug ausgedrückt”). Mit Absicht und Erfolg. Lasst Euch nicht abschrecken. Versucht es einfach Stück für Stück. Mit der Übung kommt das Verständnis.

Aber zurück zum Thema. Das Bewusstsein ist das Ende. Es geht nicht weiter. Alles kommt hier an. Als menschliches Wesen neigt die Welt dazu so auszusehen, als geschähe alles Außerhalb von uns. Die Sonne geht auf und unter (oder die Erde dreht sich, aber das sieht aus menschlicher Perspektive eben auch anders aus), andere Menschen tun verschiedenste Dinge, das Wetter ändert sich. Aber im Endeffekt sind das alles Wahrnehmungen, die in unserem Inneren statt finden. Das Licht der Objekte (das von ihnen reflektiert wurde) ‘bewegt’ sich durch den Raum und trifft schließlich auf die Augen. Es sind nicht die Augen die so weit sehen. Die Augen bleiben wo sie sind, sie nehmen nur auf, was zu ihnen kommt. Ebenso die Ohren. Aber das Gehirn interpretiert natürlich alles so, dass es sich ein Bild von der Außenwelt erstellt, damit wir uns besser darin zurecht finden können. Aber im Endeffekt ist es nur ein Abbild, eine Kopie der ‘echten’ Welt.

Ähnlich dem Erleben der Sinneswahrnehmungen sind die Gedanken. Die Gedanken werden vom Gehirn verursacht. Ein Teil des Gehirns lernt ein paar Jahre nach der Geburt die jeweilige Sprache. Diese Sprache bildet dann die Basis der Gedanken. Die Gedanken sind vorher noch nicht da. Und es gibt auch Zeiten oder Momente in der Existenz eines Menschen (weitläufig fälschlicherweise ‘im Leben’ genannt ,-) in denen die Gedanken nicht da sind. In denen Stille im Kopf ist. Dennoch existieren wir weiter. Wir nehmen auch weiter unsere Umwelt wahr. Wir erfahren weiter. Das Bewusstsein bleibt. Sobald die Gedanken wieder kommen (meist sehr schnell, und oft auch sehr penetrant), schieben sie sich sozusagen zwischen die Sinneswahrnehmungen (=die Außenwelt) und das Bewusstsein. Zu Zeiten kommentieren sie die Außenwelt, zu Zeiten beschäftigen sie sich mit der Vergangenheit, zu anderen Zeiten mit einer möglichen Zukunft. Die Gedanken über die Vergangenheit oder die Zukunft sind meistens nicht im Hier. Sie ziehen uns sozusagen woanders hin. Ich bin in Gedanken im Urlaub oder am Wochenende oder mit anderen Menschen. Aber in Wirklichkeit ist mein Körper noch im Hier und Jetzt. Die Kommentare über die Außenwelt sind zwar im Hier und Jetzt, aber entweder nicht für lange oder meist nicht sehr hilfreich sondern eher verurteilend. Wenn keine Gedanken da sind, nimmt das Bewusstsein nur auf, was in der unmittelbaren Realität statt findet. Unkommentiert, unbewertet, unverzögert.

Jedoch wenn Gedanken da sind, lösen sie meistens auch Gefühle aus. Schöne Gefühle bei guten Gedanken, unschöne Gefühle bei schlechten. Das kannst Du einfach mal auch selbst ausprobieren und ein bisschen damit spielen. Zum Beispiel darauf achten, ob Gedanken da sind, wenn Du Musik hörst. Oder wenn Du Dich nicht gut fühlst (warum auch immer) einmal bewusst darauf achten, worüber Du eben nachgedacht hast. Natürlich sind ohne Gedanken Sprache und auch solche Texte wie diese nicht verständlich. Gedanken habe ihren Nutzen. Aber wenn sie ungehindert selbst umherrennen und willkürlich Gefühle auslösen, können sie schädlich sein. Umgekehrt, wenn das Bewusstsein ohne den Gedankenfilter die Realität wahr nimmt, kann nichts schädliches passieren. Die Dinge sind dann so wie sie sind. Die Gedanken können aber eine Unausgeglichenheit und damit Unruhe auslösen, in dem sie die Dinge nicht so akzeptieren wollen wie sie sind. Beispielsweise wenn es regnet. Die Gedanken können sich darüber beschweren und ärgerliche Gefühle auslösen, weil sie nicht wollen, dass es jetzt hier regnet. Aber, dass es regnet können sie nicht ändern. Wenn also einer die Fähigkeit besitzt, seine Gedanken zu kontrollieren – oder besser: zu kontrollieren ob sie da sind oder nicht, hätte er in diesem Moment die Möglichkeit, die Gedanken durch Stille zu ersetzen und somit keine ärgerlichen Gefühle wegen des Regens zu bekommen. Wenn er dann gerne über etwas sinnvolles nachdenken würde, kann er ja das dann tun. Oder nicht. Wie er will. Nicht wie seine Gedanken wollen. “Der Verstand ist ein wunderbarer Diener, aber ein miserabler Herrscher”.

Gedanken können auch Bilder sein. Oder Bilder oder Filme können Gedanken auslösen. Oder Gefühle können Gedanken auslösen. Aber egal was im Hier und Jetzt passiert, alles kommt schließlich nur im Bewusstsein an. Es ist fast egal, was in der Außenwelt passiert. Wichtig ist, wie wir mit unseren Gedanken und Gefühlen umgehen. Denn schließlich geht es nur ums Bewusstsein. Es geht um Dich.

“Ein flüchtiges Gefühl von Liebe und Freude oder kurze Momente tiefen Friedens sind möglich, wann immer eine Unterbrechung im Gedankenstrom entsteht. Für die meisten Menschen geschehen diese Unterbrechungen selten und nur zufällig in Momenten, wo der Verstand «sprachlos» ist, manchmal hervorgerufen durch immense Schönheit, außerordentliche körperliche Anstrengung oder sogar durch große Gefahr.” – Eckhart Tolle

Geschrieben von mein Mitbewohner am 21. März 2015
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Was hindert mich daran zu sehen, was echt ist?

Es gibt ein Glaubenssystem, in dem man davon ausgeht, dass es im Körper mehrere Energiezentren gibt. Diese Energiezentren werden direkt mit besonderen Eigenschaften verbunden. So können die Zentren besonders stark ausgeprägt sein, oder auch gestört oder ganz blockiert sein. Warum ich so darum herum schreibe ist, weil ich vermute, dass viele Menschen mit der eindeutigen Bezeichnung schon ein Programm im Kopf assoziiert haben, welches dann abgespult wird, sobald der richtige “Knopf” (Wort) gedrückt wird. Nun raus damit: es sind die Chakren oder Chakras. Das ist vermutlich die Mehrzahl von Chakra. Der eigentliche Grund, warum mich das seit einigen Wochen immer mal wieder beschäftigt ist, dass jedem Chakra (es gibt sieben davon im Körper) eine spezielle Eigenschaft zugewiesen wird. Diese Energiepunkte kann sich der Verstand als Zentren im Körper vorstellen, die von unten nach oben an der Wirbelsäule entlang verlaufen. Ganz unten angefangen mit dem ersten bis ganz oben im Kopf (also eigentlich über der Wirbelsäule) das siebte. In diesem Glaubenssystem steht das erste Chakra für die reinen Überlebensinstinkte, dass heißt für uns (da wir keine natürlichen Feinde haben) in erster Linie die Ernährung. Ist die Ernährung gesichert, können wir uns um andere Dinge kümmern. Miteingeschlossen sind hierbei witterungsbedingte Unversehrtheit; also zum Beispiel Kleidung und Wohnung (oder deren pendants). Wenn also die Hauptaufmerksamkeit eines Menschen auf diesen Aspekten liegt, beschäftigt er sich hauptsächlich mit seiner Grundversorgung.

Das zweite Chakra wird dem Sexualtrieb zugewiesen. Wer also seine Grundsicherung quasi selbstverständlich hat, der ist an seiner Sexualität interessiert. Die ist evolutionsbedingt der nächste wesentliche Überlebensfaktor (eat, sleep, reproduce). Ohne diesen, wäre eine Spezies nicht überlebensfähig. Vielleicht gab es solche Spezies schon (es müssen ja keine Menschen gewesen sein); und sie sind aus demselben Grund heute nicht mehr, da sie keine Kinder/Nachfahren gezeugt haben. Heutzutage hat das aber noch einen anderen Effekt: der Fokus wird von manchen bewusst darauf gelegt, um Menschen sich damit beschäftigen zu lassen. So zu sagen damit sie nicht auf ‘dumme’ Gedanken kommen. Wer aber auch in der Sexualität keine nachhaltige Befriedigung (von “Frieden”) finden kann, der widmet sich anderen Themengebieten.

Hier kommen wir zum dritten Chakra. Es ist das Zentrum, das sich mit der Macht befasst. Ein Mensch, der hauptsächlich im dritten Chakra ‘lebt’, ist fast ausschließlich damit beschäftigt, wie er seine Macht beziehungsweise seinen Einflussbereich vergrößern kann. Nahrung und Sex sind dann selbstverständlich schon mit inbegriffen und werden nur zur Nebensache. Das wichtigste ist: mächtiger werden.

Wer bis jetzt bereit war, das zu lesen, kann wenn er will, dieses System einmal anwenden und (sei es nur aus spielerischer Neugierde) und versuchen andere Menschen (Partner, Freunde, Familie, Bekannte) und schließlich sich selbst einfach mal einem Energieschwerpunkt zuzuweisen. Das hat einen ganz interessanten Effekt. Aber das merkst Du schnell selbst ,-)

Hier kommt der Punkt ins Spiel, auf den ich eigentlich hinaus will: wenn wir mal unsere Mitmenschen eingestuft haben, stellen wir mit unterschiedlicher Häufigkeit fest, dass einige Menschen so wirken, als wäre ihr Hauptbestreben Geld. Ich vermute, dass das zwar meistens nicht bewusst geschieht, aber sehr aufklärend sein kann, wenn man sich das mal bewusst macht. Weil ich das auch gemacht habe oder mache, ist mir aufgefallen, dass Geld (welches keinen natürlichen Ursprung hat – oder besser gesagt: noch nicht so lange eine Daseinsberechtigung hat) eine Erfüllung auf gleich die drei ersten Chakren zusammen verspricht. Wer Geld hat, hat genug zu essen und auch Kleidung und Wohnung. Wer Geld hat, hat genügend Sex. Und wer Geld hat hat proportional dazu Macht. Zumindest in dem System in dem wir leben. Wer also nach Geld strebt, erfüllt gleich alle drei Grundbedürfnisse eines einzelnen Individuums. Der Nachteil an dem ersetzen der drei Zentren durch nur eine Einheit ist der, dass wenn wir befürchten zu wenig der einzelnen Einheit zu haben oder zu bekommen, ist der: wir fürchten auch gleich den Verlust aller drei Bedürfnisse. Im Rückschluss lässt sich das einfacher darstellen: wenn ich keine Macht mehr habe, weil ich zum Beispiel meine Machtposition verliere, habe ich immer noch meinen Sexualpartner oder meine Nahrungsquelle. Wenn ich meinen Sexualpartner (oder den Grund, warum ich einen bekomme wie zum Beispiel mein Aussehen oder meinen Reichtum) verliere, habe ich immer noch meine Machtposition (welche auch immer) oder meine Grundversorgung. Wenn ich aber in modernen Zeiten in unserer Gesellschaft in unserem System aufgewachsen bin, besteht die Gefahr, dass wenn ich eines verliere, ich die Angst davor habe, alles zu verlieren. Dementsprechend stark wird mein Widerstand sein. Dementsprechend stark wird die Kraft sein, die mich dazu bringt, Dinge zu tun, die ich eigentlich nicht tun würde. So kann ich mich selbst in einer Lebenssituation gefangen halten. Um zu sehen wie stark dieser Drang/Druck sein kann, versuch’ doch einfach mal Dir vorzustellen wie es ohne wäre.

Auch wenn ich eigentlich versuche, jegliches Leiden zu verringern, ist mir bewusst, dass so ein Gedanke teilweise starkes Leid verursachen kann. Das mache ich nicht weil ich das direkt will, sondern weil das Erkennen einer gegebenen Situation die Grundvoraussetzung dafür ist, etwas zu ändern. Wenn ich nicht überzeugt davon wäre, das viele sich in einem Irrgarten befinden, würde ich nicht versuchen Hinweise auf einen Ausweg zu geben. Auch auf die Gefahr hin, als unangenehm wahr genommen zu werden.

Hier ist eine Pause angebracht.

 

Kannst Du das von eben bei Seite lassen und Dich jetzt auf das hier konzentrieren?

Das vierte Energiezentrum ist das Chakra des Mitgefühls. Solltest Du Deine Energien vermehrt in diesem Teil konzentrieren, wird Dir das Mitgefühl über Deine “Mit”-menschen, die Lebewesen und Pflanzen in Deinem unmittelbaren (je nachdem, auch weiteren) Umfeld, letztendlich allen Seins bewusster sein oder werden. Es gibt unendlich viel was nur dazu da ist, Mitgefühl für alles und für Dich zu haben. Aber es macht keine Werbung. Es tritt nicht im Fernsehen auf. Es ist nicht laut. Es ist allgegenwärtig. Aber Du kannst es nur ‘sehen’, wenn Du nicht in einem der unteren drei Energiezentren verhaftet bist. Aus Sicht dieser, ‘sieht’ man nur was essbar, fickbar oder beeinflussbar ist. Wer so weit gekommen ist, bis hier zu lesen, kann ja spielhafterweise mal versuchen, alles was Einfluss auf seine Aufmerksamkeit hat, zu kategorisieren. Schnell wir er erkennen, worauf sein Fokus liegt. Ein universelles ‘Gesetz’ ist das Gesetz der Anziehung. Gleiches zieht sich immer an. Dementsprechend findet einen immer das, was man selbst aussendet. Hier ist angebracht, darauf hinzuweisen, dass traditionelle Sprache und Sprichworte meist viel mehr Wahrheit beinhalten, als weitgläubig angenommen (mal abgesehen von den manipulativen Versuchen); “Wie man in den Wald hineinschreit, so hallt es heraus.”

Um der Wahrheit zu huldigen, schmeißen wir mal das ganze Chakra-System über Bord (ob ich daran glaube oder nicht, macht zwar für mich einen Unterschied (oder doch nicht?), aber ob es real ist oder nicht, ändert daran nichts). Jeder kann für sich beobachten, wie seine Realität (=das was er für sich wahr nimmt) sich verändert, wenn er sich anders verhält. Ob er daran glaubt oder nicht, er kann einfach mal spielender weise experimentieren, wie sein Tag (oder welche Einheit er auch immer wählen will) sich verändert, wenn er sich anders seiner Umwelt gegenüber verhält. Beispielsweise würde er vielleicht niemals Jemanden zu etwas einladen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Aber weil er heute ein Spiel spielt, tut er es. Nur um zu sehen, wie das Spiel (=seine Umwelt) reagiert.

“Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.” - Mohandas Karamchand Gandhi

“Jeder möchte die Welt verbessern und jeder könnte es auch, wenn er nur bei sich selber anfangen wollte.”- Karl Heinrich Waggerl

Geschrieben von mein Mitbewohner am 13. März 2015
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Was bin nicht ich?

Oft stellen wir uns Fragen wie zum Beispiel “Was mache ich hier eigentlich?”, “Was will ich erreichen?” oder “Was fehlt mir noch um endlich dauernd glücklich zu sein?”. Das sind alles Fragen die die äußere Umwelt betreffen, also alles was außerhalb von “mir” geschieht. Da ich aber die Fragen innerhalb von “mir” stelle, möchte ich auch da eine Antwort haben. Es sieht für die meisten Menschen so aus, als müsste ich außerhalb etwas ändern oder als müsste außerhalb etwas passieren, damit sich innerhalb ein gewünschtes Gefühl einstellt. Dem ist jedoch nicht so. Natürlich haben äußere Geschehnisse einen starken Einfluss auf die Innenwelt (wobei man das auch trainieren kann, so dass es stärker oder schwächer wird). Äußere Ereignisse lenken unsere Aufmerksamkeit auf sie; jedoch sind je nach Mensch die “interessanten” Dinge verschieden. Das hängt von allem bisher erlebten und gelernten ab und nennt sich auch die Konditionierung. Zum Beispiel wird eine Person, die schon einmal von einem Auto angefahren wurde, anders auf dasselbe Auto reagieren, als derjenige, der es besitzt oder derjenige der es gebaut hat. Ein anderes Beispiel wäre ein Land; so kann einer einen schönen Urlaub dort verbringen und der andere von dort, aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen, vertrieben werden, oder wieder ein anderer dort einfach arbeiten gehen. Jeder von ihnen wird wenn seine Aufmerksamkeit auf dieses Land oder Auto gerichtet wird, andere Dinge in seiner Innenwelt denken und fühlen. Wie wir konditioniert wurden, können wir nicht mehr ändern. Aber wie wir jetzt damit umgehen schon. Und das wiederum ändert meine jetzt stattfindende Konditionierung. Dadurch werde ich in Zukunft anders auf meine Umwelt reagieren als wenn ich jetzt so weiter mache wie bisher.

Bisher war es bei den meisten so, dass sie etwas erreichen wollten um sich gut zu fühlen. Das klingt auch ganz sinnvoll. Der damit einhergehende Haken ist jedoch der: wenn wir es nicht erreichen, sind wir unzufrieden. Wenn wir es erreichen, wollen wir das Gefühl fest halten, was aber nie möglich ist, da alles dem Wandel unterliegt. Oder die dritte Möglichkeit, uns geschieht etwas, was wir nicht wollen, dann sind wir auch unzufrieden. Die Lösung ist die: wenn wir in unserer Innenwelt bereits glücklich sind, dann haben äußere Einflüsse weniger bis keinen Einfluss mehr darauf. Beispiel: wenn ich in meiner Innenwelt glücklich bin, hängt mein Glück nicht vom erreichen eines Ziels ab. Aber: wenn ich das Ziel erreiche, kann ich mich darüber freuen. Wenn ich es nicht erreiche, bin ich trotzdem glücklich. Wenn ich es wieder verliere, bin ich trotzdem zufrieden. Und schließlich: wenn mir etwas passiert, was ich nicht will, macht mich das nicht unglücklich.

Die Schwierigkeit für die meisten liegt aber darin, den inneren Glückszustand zu erreichen. Dafür gibt es unzählige Methoden, die dabei helfen können es zu lernen. Hier ist wieder für jeden eine andere sinnvoll, die er aber meistens selbst finden muss. Warum viele sie noch nicht gefunden haben: sie suchen in der Außenwelt danach – Geld, Partner, Erlebnisse, Macht, Erfolg, Ansehen, Aussehen und so weiter. Wenn sie es gefunden haben, können sie die Außenwelt in ihrer Gesamtheit genießen wie sie wollen – ihr Glück hängt ja nicht mehr davon ab. Wer glücklich ist hat genug Geld*. Wer unglücklich ist, hat nicht genügend Geld*. (* kann durch alles Äußere ersetzt werden). Wie gesagt, seine Methode zu finden, ist die Aufgabe jedes Einzelnen. Zwar können sich alle untereinander gegenseitig helfen, aber es ist nicht möglich den Weg eines anderen zu kopieren oder nachzugehen um die gleichen Ergebnisse zu erzielen. (Wobei auch diese Versuche dazu gehören, seine Methode/seinen Weg zu finden).

Hilfreich kann sein, sich die Fragen umgekehrt zu stellen. Einfach nach dem Gegenteil zu fragen. Zum Beispiel: “Was will ich nicht erreichen?”, “Was will ich jetzt nicht machen?”, “Was habe ich schon, was mich glücklich macht?” (das ist eine besondere Frage ,-), “Was passiert jetzt hier, was ich nicht will?”

„Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen.“ - Dumas fils

Geschrieben von mein Mitbewohner am 5. Februar 2015
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