Was hindert mich daran zu sehen, was echt ist?

Es gibt ein Glaubenssystem, in dem man davon ausgeht, dass es im Körper mehrere Energiezentren gibt. Diese Energiezentren werden direkt mit besonderen Eigenschaften verbunden. So können die Zentren besonders stark ausgeprägt sein, oder auch gestört oder ganz blockiert sein. Warum ich so darum herum schreibe ist, weil ich vermute, dass viele Menschen mit der eindeutigen Bezeichnung schon ein Programm im Kopf assoziiert haben, welches dann abgespult wird, sobald der richtige “Knopf” (Wort) gedrückt wird. Nun raus damit: es sind die Chakren oder Chakras. Das ist vermutlich die Mehrzahl von Chakra. Der eigentliche Grund, warum mich das seit einigen Wochen immer mal wieder beschäftigt ist, dass jedem Chakra (es gibt sieben davon im Körper) eine spezielle Eigenschaft zugewiesen wird. Diese Energiepunkte kann sich der Verstand als Zentren im Körper vorstellen, die von unten nach oben an der Wirbelsäule entlang verlaufen. Ganz unten angefangen mit dem ersten bis ganz oben im Kopf (also eigentlich über der Wirbelsäule) das siebte. In diesem Glaubenssystem steht das erste Chakra für die reinen Überlebensinstinkte, dass heißt für uns (da wir keine natürlichen Feinde haben) in erster Linie die Ernährung. Ist die Ernährung gesichert, können wir uns um andere Dinge kümmern. Miteingeschlossen sind hierbei witterungsbedingte Unversehrtheit; also zum Beispiel Kleidung und Wohnung (oder deren pendants). Wenn also die Hauptaufmerksamkeit eines Menschen auf diesen Aspekten liegt, beschäftigt er sich hauptsächlich mit seiner Grundversorgung.

Das zweite Chakra wird dem Sexualtrieb zugewiesen. Wer also seine Grundsicherung quasi selbstverständlich hat, der ist an seiner Sexualität interessiert. Die ist evolutionsbedingt der nächste wesentliche Überlebensfaktor (eat, sleep, reproduce). Ohne diesen, wäre eine Spezies nicht überlebensfähig. Vielleicht gab es solche Spezies schon (es müssen ja keine Menschen gewesen sein); und sie sind aus demselben Grund heute nicht mehr, da sie keine Kinder/Nachfahren gezeugt haben. Heutzutage hat das aber noch einen anderen Effekt: der Fokus wird von manchen bewusst darauf gelegt, um Menschen sich damit beschäftigen zu lassen. So zu sagen damit sie nicht auf ‘dumme’ Gedanken kommen. Wer aber auch in der Sexualität keine nachhaltige Befriedigung (von “Frieden”) finden kann, der widmet sich anderen Themengebieten.

Hier kommen wir zum dritten Chakra. Es ist das Zentrum, das sich mit der Macht befasst. Ein Mensch, der hauptsächlich im dritten Chakra ‘lebt’, ist fast ausschließlich damit beschäftigt, wie er seine Macht beziehungsweise seinen Einflussbereich vergrößern kann. Nahrung und Sex sind dann selbstverständlich schon mit inbegriffen und werden nur zur Nebensache. Das wichtigste ist: mächtiger werden.

Wer bis jetzt bereit war, das zu lesen, kann wenn er will, dieses System einmal anwenden und (sei es nur aus spielerischer Neugierde) und versuchen andere Menschen (Partner, Freunde, Familie, Bekannte) und schließlich sich selbst einfach mal einem Energieschwerpunkt zuzuweisen. Das hat einen ganz interessanten Effekt. Aber das merkst Du schnell selbst ,-)

Hier kommt der Punkt ins Spiel, auf den ich eigentlich hinaus will: wenn wir mal unsere Mitmenschen eingestuft haben, stellen wir mit unterschiedlicher Häufigkeit fest, dass einige Menschen so wirken, als wäre ihr Hauptbestreben Geld. Ich vermute, dass das zwar meistens nicht bewusst geschieht, aber sehr aufklärend sein kann, wenn man sich das mal bewusst macht. Weil ich das auch gemacht habe oder mache, ist mir aufgefallen, dass Geld (welches keinen natürlichen Ursprung hat – oder besser gesagt: noch nicht so lange eine Daseinsberechtigung hat) eine Erfüllung auf gleich die drei ersten Chakren zusammen verspricht. Wer Geld hat, hat genug zu essen und auch Kleidung und Wohnung. Wer Geld hat, hat genügend Sex. Und wer Geld hat hat proportional dazu Macht. Zumindest in dem System in dem wir leben. Wer also nach Geld strebt, erfüllt gleich alle drei Grundbedürfnisse eines einzelnen Individuums. Der Nachteil an dem ersetzen der drei Zentren durch nur eine Einheit ist der, dass wenn wir befürchten zu wenig der einzelnen Einheit zu haben oder zu bekommen, ist der: wir fürchten auch gleich den Verlust aller drei Bedürfnisse. Im Rückschluss lässt sich das einfacher darstellen: wenn ich keine Macht mehr habe, weil ich zum Beispiel meine Machtposition verliere, habe ich immer noch meinen Sexualpartner oder meine Nahrungsquelle. Wenn ich meinen Sexualpartner (oder den Grund, warum ich einen bekomme wie zum Beispiel mein Aussehen oder meinen Reichtum) verliere, habe ich immer noch meine Machtposition (welche auch immer) oder meine Grundversorgung. Wenn ich aber in modernen Zeiten in unserer Gesellschaft in unserem System aufgewachsen bin, besteht die Gefahr, dass wenn ich eines verliere, ich die Angst davor habe, alles zu verlieren. Dementsprechend stark wird mein Widerstand sein. Dementsprechend stark wird die Kraft sein, die mich dazu bringt, Dinge zu tun, die ich eigentlich nicht tun würde. So kann ich mich selbst in einer Lebenssituation gefangen halten. Um zu sehen wie stark dieser Drang/Druck sein kann, versuch’ doch einfach mal Dir vorzustellen wie es ohne wäre.

Auch wenn ich eigentlich versuche, jegliches Leiden zu verringern, ist mir bewusst, dass so ein Gedanke teilweise starkes Leid verursachen kann. Das mache ich nicht weil ich das direkt will, sondern weil das Erkennen einer gegebenen Situation die Grundvoraussetzung dafür ist, etwas zu ändern. Wenn ich nicht überzeugt davon wäre, das viele sich in einem Irrgarten befinden, würde ich nicht versuchen Hinweise auf einen Ausweg zu geben. Auch auf die Gefahr hin, als unangenehm wahr genommen zu werden.

Hier ist eine Pause angebracht.

 

Kannst Du das von eben bei Seite lassen und Dich jetzt auf das hier konzentrieren?

Das vierte Energiezentrum ist das Chakra des Mitgefühls. Solltest Du Deine Energien vermehrt in diesem Teil konzentrieren, wird Dir das Mitgefühl über Deine “Mit”-menschen, die Lebewesen und Pflanzen in Deinem unmittelbaren (je nachdem, auch weiteren) Umfeld, letztendlich allen Seins bewusster sein oder werden. Es gibt unendlich viel was nur dazu da ist, Mitgefühl für alles und für Dich zu haben. Aber es macht keine Werbung. Es tritt nicht im Fernsehen auf. Es ist nicht laut. Es ist allgegenwärtig. Aber Du kannst es nur ‘sehen’, wenn Du nicht in einem der unteren drei Energiezentren verhaftet bist. Aus Sicht dieser, ‘sieht’ man nur was essbar, fickbar oder beeinflussbar ist. Wer so weit gekommen ist, bis hier zu lesen, kann ja spielhafterweise mal versuchen, alles was Einfluss auf seine Aufmerksamkeit hat, zu kategorisieren. Schnell wir er erkennen, worauf sein Fokus liegt. Ein universelles ‘Gesetz’ ist das Gesetz der Anziehung. Gleiches zieht sich immer an. Dementsprechend findet einen immer das, was man selbst aussendet. Hier ist angebracht, darauf hinzuweisen, dass traditionelle Sprache und Sprichworte meist viel mehr Wahrheit beinhalten, als weitgläubig angenommen (mal abgesehen von den manipulativen Versuchen); “Wie man in den Wald hineinschreit, so hallt es heraus.”

Um der Wahrheit zu huldigen, schmeißen wir mal das ganze Chakra-System über Bord (ob ich daran glaube oder nicht, macht zwar für mich einen Unterschied (oder doch nicht?), aber ob es real ist oder nicht, ändert daran nichts). Jeder kann für sich beobachten, wie seine Realität (=das was er für sich wahr nimmt) sich verändert, wenn er sich anders verhält. Ob er daran glaubt oder nicht, er kann einfach mal spielender weise experimentieren, wie sein Tag (oder welche Einheit er auch immer wählen will) sich verändert, wenn er sich anders seiner Umwelt gegenüber verhält. Beispielsweise würde er vielleicht niemals Jemanden zu etwas einladen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Aber weil er heute ein Spiel spielt, tut er es. Nur um zu sehen, wie das Spiel (=seine Umwelt) reagiert.

“Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.” - Mohandas Karamchand Gandhi

“Jeder möchte die Welt verbessern und jeder könnte es auch, wenn er nur bei sich selber anfangen wollte.”- Karl Heinrich Waggerl

Geschrieben von mein Mitbewohner am 13. März 2015
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare

Über: Ich und mein Mitbewohner

Wir sind zwei freidenkende sowie -schaffende WG-Bewohner. Dinge die täglich in unseren Köpfen kreisen oder über die wir uns die Münder wund reden, dürfen jetzt hier sogar noch das Internet infizieren. Wenn Jemand eine Heilung hat: lasst uns bitte in Frieden denken. Wenn Jemand krank wird oder gerne werden würde: fühlt Euch wohl!

Was bin nicht ich?

Oft stellen wir uns Fragen wie zum Beispiel “Was mache ich hier eigentlich?”, “Was will ich erreichen?” oder “Was fehlt mir noch um endlich dauernd glücklich zu sein?”. Das sind alles Fragen die die äußere Umwelt betreffen, also alles was außerhalb von “mir” geschieht. Da ich aber die Fragen innerhalb von “mir” stelle, möchte ich auch da eine Antwort haben. Es sieht für die meisten Menschen so aus, als müsste ich außerhalb etwas ändern oder als müsste außerhalb etwas passieren, damit sich innerhalb ein gewünschtes Gefühl einstellt. Dem ist jedoch nicht so. Natürlich haben äußere Geschehnisse einen starken Einfluss auf die Innenwelt (wobei man das auch trainieren kann, so dass es stärker oder schwächer wird). Äußere Ereignisse lenken unsere Aufmerksamkeit auf sie; jedoch sind je nach Mensch die “interessanten” Dinge verschieden. Das hängt von allem bisher erlebten und gelernten ab und nennt sich auch die Konditionierung. Zum Beispiel wird eine Person, die schon einmal von einem Auto angefahren wurde, anders auf dasselbe Auto reagieren, als derjenige, der es besitzt oder derjenige der es gebaut hat. Ein anderes Beispiel wäre ein Land; so kann einer einen schönen Urlaub dort verbringen und der andere von dort, aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen, vertrieben werden, oder wieder ein anderer dort einfach arbeiten gehen. Jeder von ihnen wird wenn seine Aufmerksamkeit auf dieses Land oder Auto gerichtet wird, andere Dinge in seiner Innenwelt denken und fühlen. Wie wir konditioniert wurden, können wir nicht mehr ändern. Aber wie wir jetzt damit umgehen schon. Und das wiederum ändert meine jetzt stattfindende Konditionierung. Dadurch werde ich in Zukunft anders auf meine Umwelt reagieren als wenn ich jetzt so weiter mache wie bisher.

Bisher war es bei den meisten so, dass sie etwas erreichen wollten um sich gut zu fühlen. Das klingt auch ganz sinnvoll. Der damit einhergehende Haken ist jedoch der: wenn wir es nicht erreichen, sind wir unzufrieden. Wenn wir es erreichen, wollen wir das Gefühl fest halten, was aber nie möglich ist, da alles dem Wandel unterliegt. Oder die dritte Möglichkeit, uns geschieht etwas, was wir nicht wollen, dann sind wir auch unzufrieden. Die Lösung ist die: wenn wir in unserer Innenwelt bereits glücklich sind, dann haben äußere Einflüsse weniger bis keinen Einfluss mehr darauf. Beispiel: wenn ich in meiner Innenwelt glücklich bin, hängt mein Glück nicht vom erreichen eines Ziels ab. Aber: wenn ich das Ziel erreiche, kann ich mich darüber freuen. Wenn ich es nicht erreiche, bin ich trotzdem glücklich. Wenn ich es wieder verliere, bin ich trotzdem zufrieden. Und schließlich: wenn mir etwas passiert, was ich nicht will, macht mich das nicht unglücklich.

Die Schwierigkeit für die meisten liegt aber darin, den inneren Glückszustand zu erreichen. Dafür gibt es unzählige Methoden, die dabei helfen können es zu lernen. Hier ist wieder für jeden eine andere sinnvoll, die er aber meistens selbst finden muss. Warum viele sie noch nicht gefunden haben: sie suchen in der Außenwelt danach – Geld, Partner, Erlebnisse, Macht, Erfolg, Ansehen, Aussehen und so weiter. Wenn sie es gefunden haben, können sie die Außenwelt in ihrer Gesamtheit genießen wie sie wollen – ihr Glück hängt ja nicht mehr davon ab. Wer glücklich ist hat genug Geld*. Wer unglücklich ist, hat nicht genügend Geld*. (* kann durch alles Äußere ersetzt werden). Wie gesagt, seine Methode zu finden, ist die Aufgabe jedes Einzelnen. Zwar können sich alle untereinander gegenseitig helfen, aber es ist nicht möglich den Weg eines anderen zu kopieren oder nachzugehen um die gleichen Ergebnisse zu erzielen. (Wobei auch diese Versuche dazu gehören, seine Methode/seinen Weg zu finden).

Hilfreich kann sein, sich die Fragen umgekehrt zu stellen. Einfach nach dem Gegenteil zu fragen. Zum Beispiel: “Was will ich nicht erreichen?”, “Was will ich jetzt nicht machen?”, “Was habe ich schon, was mich glücklich macht?” (das ist eine besondere Frage ,-), “Was passiert jetzt hier, was ich nicht will?”

„Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen.“ - Dumas fils

Geschrieben von mein Mitbewohner am 5. Februar 2015
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare

Die Zukunft ist jetzt

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, das Teleportation (“Beamen”) bereits erfunden wurde; würdest Du das machen?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, dass es eine Tür an Deinem Ziel erstellt, durch die Du nur hindurch gehen müsstest; würdest Du das machen?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, dass es nicht ganz so einfach ist, sondern Du in alle Deine Atome geteilt werden müsstest, und um dort anzukommen, dort wieder zusammen gesetzt werden müsstest; würdest Du das machen?

Was passiert, wenn ich Dir erzähle, dass dabei nicht tatsächlich Deine Atome hin transportiert werden, sondern Du aus Atomen von dort wieder zusammen gesetzt wirst, würdest Du das machen?

Was passiert, wenn ich Dir erzähle, dass dieses Gerät Dich erst einscannt und dann eine exakte Kopie (Klon) von Dir auf der anderen Seite erstellt, und Dich dann tötet, würdest Du das machen?

Wenn nicht, warum?

Du könntest sagen, weil nicht Du transportiert würdest, sondern nur eine Kopie. Das echte Du stürbe.

Nun, warum ist das nicht Du? Jedes Teil ist genau das gleiche. Die gleichen Gedanken, Erinnerungen, Aussehen, DNS, bis hin zu den einzelnen Atomen selbst.

Du könntest dann behaupten, dass es nicht aus Deinen Atomen besteht, es seiest nicht Du, sondern nur eine perfekte Kopie. Die Erinnerungen, die Gedanken, die Narben, die Kratzer alles nur Kopien. Es hätte nie selbst erfahren oder die Dinge erlebt die ihm passiert sind. Es wäre einem anderen Körper passiert… einer anderen Person.

Nun, was wäre wenn ich Dir erzählen würde, dass alle sieben Jahren jedes einzelne Atom Deines Körpers ausgetauscht wird?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, dass Deine Gedanken und Erinnerungen in den Neuronen Deines Gehirns aufgenommen werden, ähnlich wie ein Computer Daten als Einsen und Nullen speichert und nach sieben Jahren alle davon ersetzt werden?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, dass kein einziges Atom Deines Körpers in Deine Taten von vor sieben Jahren verwickelt gewesen ist?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, das nicht ein einzelner Gedanke oder eine Erinnerung die älter als sieben Jahre ist ein Original ist?

Was wäre, wenn ich Dir erzählen würde, Du bist eine Kopie?

“I stand at the seashore, alone, and start to think.
There are the rushing waves
mountains of molecules
each stupidly minding its own business
trillions apart
yet forming white surf in unison. Ages on ages
before any eyes could see
year after year
thunderously pounding the shore as now.
For whom, for what?
On a dead planet
with no life to entertain.

Never at rest
tortured by energy
wasted prodigiously by the sun
poured into space.
A mite makes the sea roar.

Deep in the sea
all molecules repeat
the patterns of one another
till complex new ones are formed.
They make others like themselves
and a new dance starts.

Growing in size and complexity
living things
masses of atoms
DNA, protein
dancing a pattern ever more intricate.

Out of the cradle
onto dry land
here it is
standing:
atoms with consciousness;
matter with curiosity.

Stands at the sea,
wonders at wondering: I
a universe of atoms
an atom in the universe.”

- Richard Feynman

Geschrieben von mein Mitbewohner am 1. Februar 2015
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare

Out of this world

Die meisten Menschen denken fast ununterbrochen. Sie sind vom Strom ihrer Gedanken geradezu mitgerissen. Diese Gedanken rennen sprichwörtlich in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit von Gedanke zu Gedanke. Oder schlimmer noch: sie drehen sich im Kreis. Die Anziehungskraft der Gedanken erfordert meist einen großen Teil der Aufmerksamkeit, so dass die Aufmerksamkeit weg von der momentanen Umgebung und dem tatsächlichen Erleben hin zum Thema der jeweiligen Gedanken ist. Diese Gedanken können Erinnerungen an etwas tatsächlich Erlebtes oder Gehörtes sein oder sie können Szenarien der Zukunft sein, die sich der Verstand wild ausmalt. Oft hängen diese Gedanken mit Angst zusammen, das heißt wir haben Angst in irgendeiner Form davor, das sich etwas wiederholt oder dass etwas wie befürchtet (ausgemalt) eintreten wird. Beides ist aber nicht die Realität. Das Hier und Jetzt sind die Realität. Aber das nehmen wir meist nur nebenbei wahr. Oft fällt uns vieles gar nicht auf, was so um uns herum passiert, weil wir in unseren Gedanken ganz anderso oder anderswann sind. Das ist ähnlich wie wenn wir träumen; in einem Traum sind wir auch irgendwo oder -wann – sei es etwas was wirklich passiert ist oder eine Erfindung unseres Geistes. Doch während wir im Traum sind, wissen wir meistens nicht, dass wir gerade dabei sind zu träumen. Ebenso wissen wir, wenn wir in Gedanken sind meist nicht, dass wir gerade nur unserem Gedankenstrom folgen (meistens ganz unfreiwillig, aber anscheinend unausweichlich). Es gibt viele Momente in denen der Gedankenstrom für kurz oder länger abreißt und wir so unsere gesamte Aufmerksamkeit bei dem haben, was wir in dem Moment erleben/erfahren. Das sind wundervolle Momente, in denen wir keine Probleme haben, uns keine Sorgen machen und auch keinerlei Angst vor irgendetwas haben. Oft halten diese Momente aber nicht lange an und wir fallen schnell wieder in den Gedankenstrom hinein – oder besser: werden hineingezogen. Diese Momente sind es, die wir unbewusst herbeisehnen, weil wir uns in ihnen unvergleichlich lebendig fühlen. Deshalb versuchen wir einen großen Teil unserer Lebenszeit, diesen Zustand wieder zu erreichen. Das kann sein ein besonderer Erfolg, eine besondere Beschäftigung, Musik, besondere Menschen oder auch der Zustand in den uns Drogenkonsum bringen kann. Jeder Mensch hat eigene Präferenzen und lebt sie dementsprechend aus. Meistens wissen wir gar nicht genau was das ist oder versuchen gar nicht es zu erklären oder zu verstehen. Wir wissen nur was sich “gut anfühlt” und versuchen es wieder zu erleben. Im Laufe der Zeit, verlieren diese Methoden aber ihren Wirkungsgrad und so muss entweder die Quantität erhöht werden oder eine neue Methode gefunden werden um wieder den Zustand des sich-lebendig-fühlens zu erreichen. Und das ist nichts anderes als den Gedankenstrom abreißen zu lassen und ganz mit dem Moment eins zu werden.

Jedoch, so lange das nur unbewusst mit Hilfe einer Methode möglich ist, ist nie eine Unabhängigkeit zu erreichen. In manchen Fällen leiden wir darunter, dass wir keine Methode finden können, in anderen darunter, dass eine bekannte Methode nicht mehr die gewünschte Wirkung entfaltet. In beiden Fällen jedoch sind wir von äußeren Umständen abhängig. Die wahre Befreiung davon findet dann statt, wenn wir gelernt haben, wie wir den Gedankenstrom selbstständig enden lassen – unabhängig von äußeren Faktoren. Aber auch wenn wir Methoden gefunden haben, dass zu erreichen, schaltet er sich von äußeren oder inneren Impulsen gereizt regelmäßig wieder ein und reißt uns mit. Das merken wir immer dann, wenn wir uns unwohl fühlen. Aber wie beim Träumen wissen wir währenddessen nicht, das wir im Strom stecken. Wenn wir dann aufwachen, wissen wir dass es nur ein Traum war; aber sowohl der Traum als auch die Gedanken haben die enorme Kraft viele und wilde Gefühle in uns auszulösen. Auch wenn der Traum vorbei ist, halten die Gefühle oder deren Schatten noch weiter an. Ebenso kann das bei Gedanken sein. Wenn wir es also schaffen, uns selbstständig aus dem Gedankenstrom zu befreien, ist es wie wenn wir aus dem Schlaf erwachen und nun nicht mehr träumen, sondern die Welt so wahrnehmen können wie sie ist. Daher auch der häufige Vergleich mit dem “Erwachen”.

 

 

“Give up waiting as a state of mind. When you catch yourself slipping into waiting… snap out of it. Come into the present moment. Just be and enjoy being.”  - Eckhart Tolle

Geschrieben von mein Mitbewohner am 28. Januar 2015
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare

Be here now

Wenn der Verstand versucht sich Reinkarnation oder Karma vorzustellen, das heißt zu verstehen, bleibt er bei einer mystischen Erklärung, die einerseits etwa Glaubenssache ist oder andererseits nicht realistisch, da wissenschaftlich noch nicht zu erklären. Da der Verstand nur mit hilfe des Modells der Zeit existieren kann, kann er nur greifen was im Rahmen von Zeit geschieht. In diesem Rahmen versucht er sich Reinkarnation vorzustellen und erklärt sie sich folgendermaßen: der Mensch hat eine Seele (= der nichtstoffliche Teil des Wesens). Diese Seele bewohnt sozusagen den Körper so lange er existiert. Wenn der Körper endet, lebt die Seele weiter, da sie unsterblich ist (= ohne Zeit existiert). Diese Seele kommt dann bei der Geburt (oder Empfängnis… wann eigentlich genau?) in einen neuen Körper. Da die Seele “in einem anderen Leben” schon Erfahrungen gemacht hat, haben diese Erfahrungen Einfluss auf das jetzige Leben. Das wird auch Karma genannt. Jetzt versucht der Verstand wieder (wie immer), sich ein Konzept zu erstellen um seine Umwelt begreifbar zu machen. Dies ist ihm nur möglich, indem er Dinge bewertet, ihnen sozusagen Etiketten aufklebt. So kann er Dinge getrennt von ihrer Umwelt kategorisieren. Und diese dann sogar in besser oder schlechter unterordnen. Also gibt es auch bessere Taten und schlechtere. Da die Seele beide erfahren hat (oder verursacht?), haben alle vorangegangen Taten auch Auswirkungen auf die Gegenwart und somit die Zukunft.
Was der Verstand nicht verstehen kann, sind Dinge die außerhalb der Zeit stattfinden. Nehmen wir mal an, die Zeit existiert nicht. Sie sei nur ein Modell, mit dem der Verstand versucht, sich die Welt zu erklären. Immerhin sieht es auch stark danach aus, dass es eine Vergangenheit gibt – zumindest aus der Perspektive des Verstandes. Schließlich kann er – und nur er – sich daran erinnern, was war. Und ebeson kann er – und nur er – versuchen sich vorzustellen, was noch kommen wird. Aber beides findet nur im Verstand statt. Ohne den Verstand gibt es keine Vergangenheit und keine Zukunft; es ist immer jetzt.
Wenn wir uns Reinkarnation oder Karma also ohne das Modell (oder der Illusion) der Zeit vorstellen wollen, müssten wir uns vorstellen, dass die Seele nicht “wandert” sondern ist. Sie ist jetzt, genauso wie sie gestern war, genauso wie sie vor 100 Jahren war. Es ist dann ein und dieselbe Seele. Es gibt nicht 7 Milliarden verschiedene Seelen. Sonst könnte man sich auch die Frage stellen, wo die zusätzlichen Seelen herkommen, wenn es mehr Menschen gibt. Oder wie viele Seelen es in Tieren gibt. Oder ab welchem Lebewesen eine Seele zu finden ist. Aber niemand wird bezweifeln, dass es etwas nichtstoffliches in ihm gibt. Seien es in erster Linie vielleicht nur Gedanken oder Gefühle. Wobei beide die Kraft haben, die stoffliche Welt zu manipulieren oder beeinflussen. (Mein Geist/Seele/Verstand entscheidet sich, den Arm zu heben und es passiert). Dann ist da noch Frage nach: wer entscheidet? Dieses “Ich” ist wissenschaftlich nicht messbar oder erklärbar. Meistens identifiziert sich dieses “Ich” mit dem Körper. Aber der Körper ändert sich ständig. Die Atome aus denen er auch besteht, werden ständig ausgewechselt und verändert. Auch wird der Körper ständig verändert, manche Änderungen passieren schnell, andere brauchen viele Jahre. Wenn “ich” mein Körper bin, bin ich dann auch noch ganz ich, wenn mir ein Finger abhanden kommt? Wenn ich sage, ja klar, die Atome verändern sich, weil ich Nahrung zu mir nehme, dann wird ein Teil der Nahrung zu mir. Aber ab welchem Moment ist das so? Sobald ich die Nahrung anfasse, sobald sie in meinem Mund ist, sobald sie in meinem Magen ist, sobald sie in meinem Blut ist? Mein Blut ist ein Teil von “mir”, aber wie lange genau? Wenn ich mich schneide und Blut verliere, ist das dann immer noch “ich”; wenn Ich Blut von jemand anderem bekomme, ist das dann ich; oder wird es irgendwann ich?

Das einzige was mit Sicherheit ich ist, ist das Ich, dass alles wahr nimmt oder erfährt. Wenn ich Honig esse, sind es zwar meine (körperlichen) Nervern, die das Signal “süß” ans Nervensystem übermitteln, aber die Erfahrung was “süß” ist beziehungsweise wie sich “süß” anfühlt, machen nicht die Nervern, sondern ich. Dieses “erleben” hast Du genau so wie ich. Ob es gefällt, dass heißt gut oder schlecht ist, hängt von der Interpretation des Verstandes ab. Dahinter ist aber immer die Erfahrung. So kann ich auch sagen, Reinkarnation ist nicht buchstäblich wieder ein neues Leben beginnen. Das Leben ist zeitlos, es ist immer. Meine Lebenssituation als menschlicher Körper ist zeitlich begrenzt. Der Verstand weiß, dass der Körper einmal nicht existierte und dass er einmal nicht mehr existieren wird. Aber wenn der Verstand still ist, ist auch die Vergangenheit und die Zukunft still/weg. Es ist dann jetzt. Und wir sind trotzdem noch da. Wenn ich meinem Verstand zuhöre, kann der mich an ein vergangenes Erlebnis erinnern. Ich bin dann sozusagen weniger im hier und jetzt, sondern in der Vergangenheit. Wenn ich mich an etwas “schlechtes” erinnere, durchlebe ich die Erinnerungen erneut und mit ihr einher kommen auch die Gefühle erneut. Somit könnte ich sagen, ich erlebe die Vergangenheit nochmal. Also reinkarniere ich etwas Vergangenes im jetzt. Genauso wenn ich mich an etwas erinnere, was ich getan habe, kann sich das gut oder schlecht anfühlen. Wenn ich mich an etwas erinnere, was ich jemandem angetan habe, sprich: ich Leiden verursacht habe, fühle ich mich jetzt schlecht. Dadurch verhalte ich mich jetzt anders als wenn ich nicht daran gedacht hätte. Somit hat eine vergangene “schlechte” Tat Auswirkungen auf die Gegenwart/Ewigkeit. Der Zuschauer erlebt sozusagen “sein Leben”. Aber wenn dieser Körper nicht mehr existiert, erlebt der Zuschauer von diesem Körper keine Erfahrungen mehr. Aber der Zuschauer existiert zeitlos weiter (ewig). Der Zuschauer erlebt Deine Erfahrungen und meine. Er erlebt auch alle anderen Erfahrungen. Er bewertet die Erfahrungen nicht. Er ist nur Zuschauer für alles was passiert. Es gibt auch nicht mehrere Zuschauer = Seelen. Es gibt nur eins.

 

“Suffering needs time. It cannot survive in the Now.” – Eckhart Tolle


“Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang derUnzufriedenheit.” - Søren Kierkegaard

Geschrieben von mein Mitbewohner am 21. Januar 2015
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare

Nichts ist wahr, alles ist erlaubt

Es gibt keine Gesetze. Ein Gesetz kann sein eine Regel von Menschen aufgestellt. Ein Gesetz wird auch genannt in der Physik oder Wissenschaft zum Beispiel ein sogenanntes Naturgesetz; als hätte die Natur eine Regel aufgestellt, an die sich alles und alle halten müssten. Eigentlich ist es nur ein Muster, das der Verstand erkannt hat und versucht dazu zu verwenden, allgemein gültige Ursache-Folge-Prinzipien verwenden zu können. In der Tat sieht es für den Verstand in der Illusion von Zeit so aus, als gäbe es ein vergangenes Ereignis, das zu einem gegenwärtigen Effekt geführt hat. Und dem folgend sieht es scheinbar auch so aus, als gäbe es gegenwärtige Ereignisse, die zu Zukünftigen führen oder sie auslösen. Deshalb bilden sich in den Köpfen der Menschen stets neue Konzepte, die scheinbar wahr sind. Und an diese Konzepte halten wir uns, da sie “unsere Realität” sind. Dies passiert am häufigsten unterbewusst und so konditionieren wir uns stets selbst. Meistens durch äußere Geschehnisse wie zum Beispiel das Gesehene oder Gehörte. Da dies seit Jahrtausenden sehr effektiv funktioniert, haben sich sehr viele Verhaltensweisen ausgeprägt (und ebenfalls als sehr erfolgreich erwiesen) die darauf basieren, Einfluss auf Andere auszuüben um somit deren Konzeptbildung sprich: deren Selbstkontrolle zu beeinflussen (meist um andere Menschen nach den eigenen Vorstellungen/Konzepten -> Wünschen zu manipulieren).

Nun ist es so, dass sich erfolgreichere Konzepte natürlich besser, das heißt einfacher und schneller verbreiten. Diese verbreiten sich dann wie von selbst. Und die erfolgreichsten in der Entwicklung der letzten Jahrtausende bestehen immer noch und entwickeln sich stets weiter. Wenn sich dann ein Konzept als falsch oder fehlerhaft oder unpraktikabel herausstellt, ist es natürlich schwierig, ein sehr altes von vielen mittlerweile als selbstverständlich gewordenes Konzept oder Weltbild zu ändern. Dass es sich durchsetzt, wenn es “besser” ist, ist keine Frage. Wie lange es dauert kann nicht gesagt werden. Wie groß der Widerstand der Einzelnen und dementsprechend der Masse (als Summe der Einzelnen) sein wird oder ist, kann auch nicht vorhergesagt werden. Wenn es aber einzelne gibt, die eine “Wahrheit” erkannt haben und von ihr überzeugt sind, wird sie sich von alleine verbreiten. Wenn es keine “Wahrheit” ist, wird sie sozusagen von alleine wieder aussterben. Es ist – wie alles Leben – ein evolutionärer Prozess. Und diese Evolution ist nicht etwas, das gefördert oder aufgehalten werden kann. Sie ist.

Deshalb ist das, was gewesen ist auch weniger relevant für die bewusste Entwicklung eines neuen Konzeptes oder die Bestätigung der gegenwärtigen Realität, sondern vielleicht eher für das Infragestellen des status quo. Die Auflösung der Selbstkontrolle durch unbewusst gelernte Konzepte (=Angst) ist für die Selbstbefreiung sehr wertvoll. Kein noch so ausgeklügeltes und begründetes Konzept kann die Realität darstellen wie sie ist. Sie können immer nur ein Abbild, Modell oder einen unvollständigen Teil versuchen darzustellen. Die “Gesetze” nach denen wir Leben können, sind durch die gegebenen Bedingunen als Lebewesen in der materiellen Welt schon vorausgesetzt. Die können wir nicht ändern, sondern nur akzeptieren. Aber alle weiteren Regeln oder Gesetze sind Spiele im Spiel. Durch sie begeben wir uns (freiwillig) in Unfreiheit; oder von der anderen Seite betrachtet: wir befreien uns nicht aus dem Gefängnis, in das wir uns begeben haben.

“Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.” – Hermann Hesse

Geschrieben von mein Mitbewohner am 5. Dezember 2014
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare

Als das Kind Kind war,

ging es mit hängenden Armen,

wollte der Bach sei ein Fluß,

der Fluß sei ein Strom,

und diese Pfütze das Meer.

 

Als das Kind Kind war,

wußte es nicht, daß es Kind war,

alles war ihm beseelt,

und alle Seelen waren eins.

 

Als das Kind Kind war,

hatte es von nichts eine Meinung,

hatte keine Gewohnheit,

saß oft im Schneidersitz,

lief aus dem Stand,

hatte einen Wirbel im Haar

und machte kein Gesicht beim fotografieren.

 

Als das Kind Kind war,

war es die Zeit der folgenden Fragen:

Warum bin ich ich und warum nicht du?

Warum bin ich hier und warum nicht dort?

Wann begann die Zeit und wo endet der Raum?

Ist das Leben unter der Sonne nicht bloß ein Traum?

Ist was ich sehe und höre und rieche

nicht bloß der Schein einer Welt vor der Welt?

Gibt es tatsächlich das Böse und Leute,

die wirklich die Bösen sind?

Wie kann es sein, daß ich, der ich bin,

bevor ich wurde, nicht war,

und daß einmal ich, der ich bin,

nicht mehr der ich bin, sein werde?

 

Als das Kind Kind war,

würgte es am Spinat, an den Erbsen, am Milchreis,

und am gedünsteten Blumenkohl.

und ißt jetzt das alles und nicht nur zur Not.

 

Als das Kind Kind war,

erwachte es einmal in einem fremden Bett

und jetzt immer wieder,

erschienen ihm viele Menschen schön

und jetzt nur noch im Glücksfall,

stellte es sich klar ein Paradies vor

und kann es jetzt höchstens ahnen,

konnte es sich Nichts nicht denken

und schaudert heute davor.

 

Als das Kind Kind war,

spielte es mit Begeisterung

und jetzt, so ganz bei der Sache wie damals, nur noch,

wenn diese Sache seine Arbeit ist.

 

Als das Kind Kind war,

genügten ihm als Nahrung Apfel, Brot,

und so ist es immer noch.

 

Als das Kind Kind war,

fielen ihm die Beeren wie nur Beeren in die Hand

und jetzt immer noch,

machten ihm die frischen Walnüsse eine rauhe Zunge

und jetzt immer noch,

hatte es auf jedem Berg

die Sehnsucht nach dem immer höheren Berg,

und in jeder Stadt

die Sehnsucht nach der noch größeren Stadt,

und das ist immer noch so,

griff im Wipfel eines Baums nach dem Kirschen in einemHochgefühl

wie auch heute noch,

eine Scheu vor jedem Fremden

und hat sie immer noch,

wartete es auf den ersten Schnee,

und wartet so immer noch.

 

Als das Kind Kind war,

warf es einen Stock als Lanze gegen den Baum,

und sie zittert da heute noch.

 

Der Himmel über Berlin, Wings of Desire from Skeeter McGillicutty on Vimeo.

 

“Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen” – Arthur Schopenhauer

Geschrieben von mein Mitbewohner am 22. November 2014
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare

… trotzdem Ja zum Leben sagen

Diese Forderung, und mit ihr der Sinn des Daseins,wechselt von Mensch zu Mensch und von Augenblick zu Augenblick. Nie kann also der Sinn menschlichen Lebens allgemein angegeben werden, nie läßt sich die Frage nach diesem Sinn allgemein beantworten – das Leben, wie es hier gemeint ist, ist nichts Vages, sondern jeweils etwas Konkretes, und so sind auch die Forderungen des Lebens an uns jeweils ganz konkrete. Diese Konkretheit bringt das Schicksal des Menschen mit sich, das für jeden ein einmaliges und einzigartiges ist. Kein Mensch und kein Schicksal läßt sich mit einem andern vergleichen; keine Situation wiederholt sich. Und in jeder Situation ist der Mensch zu anderem Verhalten aufgerufen. Bald verlangt seine konkrete Situation von ihm, daß er handle, sein Schicksal also tätig zu gestalten versuche, bald wieder, daß er von einer Gelegenheit Gebrauch mache, erlebend (etwa genießend) Wertmöglichkeiten zu verwirklichen, bald wieder, daß er das Schicksal eben schlicht auf sich nehme. Immer aber ist jede Situation ausgezeichnet durch jene Einmaligkeit und Einzigartigkeit, die jeweils nur eine, eine einzige, eben die richtige »Antwort« auf die Frage zuläßt, die in der konkreten Situation enthalten ist.

“Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten – das Leben zu ver-antworten hat.” – Viktor Frankl

Geschrieben von mein Mitbewohner am 5. November 2014
Abgelegt unter mein Mitbewohner | Keine Kommentare

- « Ältere Beiträge


Neuere Beiträge » -